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13. Juli 2018, 21:16 Uhr

Amtliche Anhörung

Opel muss sich im Dieselskandal verantworten

Die Ermittlungen des Kraftfahrt-Bundesamts im Dieselskandal richten sich offenbar auch gegen Opel. Einem Medienbericht zufolge soll der Autohersteller Motoren an Zehntausenden Autos manipuliert haben.

Opel ist laut einem Medienbericht in Verdacht geraten, Abgaswerte bei Dieselmotoren manipuliert zu haben. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" in den vergangenen Monaten belastbare Hinweise gefunden, nach denen der Autohersteller weltweit bei 60.000 Autos die Abgasreinigung während der Fahrt abschaltet.

In Deutschland sollen demnach rund 10.000 Autos betroffen sein, bei denen die Grenzwerte für Stickoxide um mehr als das Zehnfache überschritten worden seien.

Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums bestätigte "eine amtliche Anhörung gegen Opel wegen drei Euro-6-Modellen". Opel war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Dem Bericht zufolge soll Opel zwei Wochen Zeit haben, sich vor dem KBA zu erklären.

Im Gegensatz zu anderen Autoherstellern war Opel bislang nicht Ziel juristischer Ermittlungen und musste noch keine Fahrzeuge zurückrufen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte Vorermittlungen vor mehr als einem Jahr eingestellt.

VW hatte im September 2015 eingeräumt, Abgastests bei mehr als zehn Millionen Dieselautos manipuliert zu haben. Dafür musste der Konzern allein in Deutschland ein Bußgeld von einer Milliarde Euro zahlen. In den USA soll VW im Rahmen eines Vergleichs rund vier Milliarden Euro gezahlt haben, um die Einstellungen straf- und zivilrechtlicher Klagen zu erwirken.

Hier finden Sie eine Übersicht über die Chronologie des Dieselskandals.

ans/mmm/dpa

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