Dieselskandal Zehntausende Einzelkläger schließen Vergleich mit VW

Wer in der Dieselaffäre allein gegen Volkswagen kämpft, lässt sich meist auf einen Vergleich ein. Mehr als 25.000 Fälle wurden bisher auf diese Weise gelöst.
Autohaus von Volkswagen in Hannover

Autohaus von Volkswagen in Hannover

Foto: Julian Stratenschulte/ picture alliance / dpa

In der Dieselaffäre sind die Schadensersatzzahlungen des VW-Konzerns an rund 55.000 einzelne Klägerinnen und Kläger inzwischen knapp zur Hälfte abgewickelt. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Unternehmenskreisen.

Insgesamt seien in den Verfahren außerhalb des großen Mustervergleichs schon mehr als 25.000 Vereinbarungen geschlossen worden, hieß es. Die Auszahlung des Schadensersatzes sei in diesen Fällen beendet oder laufe bereits. Bei den noch offenen 30.000 Klagen seien in der Hälfte der Fälle ebenfalls schon Vergleichsangebote verschickt worden.

Volkswagen hat allen Einzelklägern, deren Autos vom VW-Abgasskandal betroffen sind, Einmalzahlungen versprochen. Die Entschädigungen werden individuell berechnet. Wer das Geld annimmt, darf zusätzlich sein Auto behalten.

Wer auf den Vergleich verzichtet, muss auf ein individuelles Urteil warten, bei dem sich Richterinnen und Richter an der Auslegung des Bundesgerichtshofs (BGH) orientieren dürfen. In diesem Fall erhalten die Geschädigten unter Umständen den Kaufpreis abzüglich eines Nutzungsbeitrags, müssen aber ihren Wagen zurückgeben.

Anders als bei der Musterfeststellungsklage, die unter der Regie des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) geführt wurde, gibt es für Einzelklagen keine einheitliche Tabelle mit vorab definierten Entschädigungssummen je Automodell und -alter. Entsprechend aufwendig sind die Verhandlungen solcher Fälle vor Gericht.

Im Mustervergleich hatten Juristinnen und Juristen von vzbv und VW nach einigem Hin und Her je nach Fahrzeug zwischen 1350 und 6257 Euro an Entschädigungen vereinbart. So gut wie alle als berechtigt erachteten Ansprüche, insgesamt 245.000 Fälle, seien inzwischen per Vergleich abgegolten, hieß es aus dem Konzern. Man habe dafür mehr als 750 Millionen Euro ausgezahlt. Nur in wenigen Fällen liefen noch Einzelprüfungen.

Der Skandal um Manipulation der Abgaswerte bei Dieselmotoren hatte Volkswagen die wohl schwerste Krise der Unternehmensgeschichte beschert.

ssu/dpa
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