Reisekonzern Daimler-Boss Zetsche soll Chefaufseher bei TUI werden 

TUI hat einen Nachfolger für die Spitze des Aufsichtsrats gefunden: Vom kommenden Herbst an soll Daimler-Chef Dieter Zetsche das Gremium führen. Sein Vorgänger kam ebenfalls vom Stuttgarter Konzern.

Daimler-Chef Zetsche
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Daimler-Chef Zetsche


Daimler-Chef Dieter Zetsche folgt Klaus Mangold voraussichtlich als Chef des Aufsichtsrats beim Reisekonzern TUI. Der 64-Jährige soll den Posten am 1. Oktober 2018 antreten, muss zuvor allerdings noch in das Gremium gewählt werden. Dies soll bei der Hauptversammlung im Februar geschehen. Der 74-jährige Mangold will sein Amt dann zum Ende des Geschäftsjahres im Herbst niederlegen, dann könnte der Aufsichtsrat Zetsche zum neuen Vorsitzenden bestimmen.

Zetsche verkörpere "Internationalität und ein ausgeprägtes Gefühl für das Management herausragender Marken", sagte Mangold, der seit 2009 im TUI-Aufsichtsrat sitzt und das Gremium seit 2011 als Vorsitzender führt. Bis 2003 saß Mangold selbst im Vorstand der damaligen DaimlerChrysler AG.

Zetsche steht seit fast zwölf Jahren an der Daimler-Spitze und hat den Autobauer zu zuletzt hohen Renditen geführt. Sein Vertrag als Vorstandsvorsitzender läuft Ende 2019 aus. Daimler teilte mit, Zetsches Posten im TUI-Aufsichtsrat ändere für den Konzern nichts. Zetsche saß bis 2016 auch im Aufsichtsrat des Energiekonzerns RWE.

TUI hat sich in den vergangenen Jahren vom reinen Reiseverkäufer stärker zum Komplettanbieter gewandelt, vor allem im Geschäft mit Hotels und Kreuzfahrten. Hier erzielt TUI inzwischen auch den Großteil des Gewinns. Im vergangenen Jahr stand unterm Strich ein Milliardengewinn, und auch für das abgelaufene Geschäftsjahr hatte der Konzern sich ein Plus bei Umsatz und Ergebnis vorgenommen. Am Mittwoch wird TUI die Zahlen vorlegen.

fdi/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
mzhasy 12.12.2017
1. Haben solche Manger eigentlich nichts zu Tun?
Ich wundere mich ja immer wie es sein kann, dass man eine so verantwortungsvollen Posten für ein so hohes Gehalt hat und dann hat man noch scheinbar alle Zeit der Welt für solche Aufsichtsratsposten.
Kirk70 12.12.2017
2. #1 Guten Morgen
Das hat nichts mit Neid zu tun. Nur mit den Märchen das viele SOLCHER (Großkonzerne & vergleichbares) Manager keine große Leistung bringen muss. Maschmeyer und die OVB Anfix-Seminarleiter erklären diese Karrieren so: Sie müssen beim Start und Aufstieg zur Flughöhe viel Schub geben. Einmal recht weit oben reicht zum halten der Höhe wenig Leistung der Triebwerke, analog dem Engagement. Bei Chefärzten auch mit 1 Millionen im Jahr habe ich kein großes Problem. Bei Walt Disney Bossen die im Rekord mehrere hunderrt Million "erleisten" (???) würde ich schon von Kriminalität sprechen. Bei Private equity Fond-Managern garantiert. Es fehlen aber Gesetze.
dasfred 13.12.2017
3. zu Beitrag Nr 1
Manager haben sehr wohl gut zu tun. Aber nicht in dem Sinne wie wir uns Arbeit vorstellen. Hauptsächlich geht es darum alles zu vernetzen. In Deutschland ist jedes Grossunternehmen auf die eine oder andere Art miteinander verflochten. Jeder kennt jeden, daher die Rotation durch die Chefetagen. Was unsereiner als Arbeit bezeichnet, wird von untergeordneten Mitarbeitern ausgeführt.
ovi100 13.12.2017
4. was kann ein solcher Mann
denn fuer Aufsicht fuehren wenn er woanders eingespannt ist? oder hat er nichts zu tun bei Daimler?!
yogi65 13.12.2017
5. Gleitender Übergang
Zitat von mzhasyIch wundere mich ja immer wie es sein kann, dass man eine so verantwortungsvollen Posten für ein so hohes Gehalt hat und dann hat man noch scheinbar alle Zeit der Welt für solche Aufsichtsratsposten.
Herr Zetsche wird nächstes Jahr 65. Sein Daimler-Vertrag läuft bis 2019. Bedeutet nach den Spielregeln dieser Gehaltsklasse, dass er 2018 entweder verlängert (unwahrscheinlich) oder zurücktritt. Dann hat er doch ab 2018 einen schönen Rentner-Nebenjob auf hohem Niveau. Um das Geld wird es ihm nicht gehen. Einfach noch ein paar Jahre mitspielen...
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