Umfrage in Deutschland Jeder Achte fürchtet wegen Digitalisierung um seinen Job

Zwölf Prozent der Beschäftigten in Deutschland haben laut der Unternehmensberatung EY Angst, dass ein Roboter oder Computer ihren Arbeitsplatz übernimmt. Neue Technologien haben bei vielen bereits Teile des Jobs ersetzt.
Roboter fertigen Autos: Arbeitnehmer fühlen sich »mit der Vielzahl digitaler Technologien überfordert«

Roboter fertigen Autos: Arbeitnehmer fühlen sich »mit der Vielzahl digitaler Technologien überfordert«

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Hendrik Schmidt / dpa-Zentralbild

Vernichten Computer und Roboter massenweise Arbeitsplätze? Diese Angst treibt laut einer Umfrage inzwischen jeden achten Arbeitnehmer in Deutschland um. Zwölf Prozent der Befragten äußerten in einer Untersuchung des Beratungsunternehmens EY die Sorge, dass ihr Job durch die Digitalisierung in Gefahr geraten könnte.

»Die Ergebnisse zeigen, dass sich zahlreiche Beschäftigte mit der Vielzahl digitaler Technologien überfordert fühlen«, sagte Markus Heinen, Leiter der Personalberatungsdienstleistungen bei EY. Es sei daher für die Unternehmen »sehr wichtig, alle Mitarbeitenden von Anfang an bei der Einführung neuer Lösungen mitzunehmen und deren Vorteile deutlich zu machen«. Regelmäßige Fortbildungen könnten helfen, die Akzeptanz neuer Technologien zu steigern.

Große Sorgen in der Banken- und Versicherungsbranche

Bricht man die Frage nach technologisch begründeten Jobängsten auf einzelne Wirtschaftsbereiche herunter, stechen vor allem die Banken-, Immobilien- und Versicherungsbranche heraus. Jeder Fünfte in diesem Bereich (20 Prozent) sorgt sich wegen des technologischen Fortschritts. In der Autoindustrie sind es 19 Prozent, im Maschinen- und Anlagenbau immerhin 17 Prozent. Im Vergleich eher wenig Bedenken haben unter anderem Arbeitnehmer im Gesundheitsbereich (acht Prozent).

Immerhin mehr als jeder dritte Beschäftigte (36 Prozent) gab an, neue Technologien hätten in der Vergangenheit schon Teile der eigenen Arbeit ersetzt – jeder zwanzigste Angestellte sprach hier sogar von einem »erheblichen Umfang«. Auch hier stimmten Arbeitnehmer aus der Banken-, Immobilien- und Versicherungsbranche (46 Prozent) am häufigsten zu. Dahinter folgen der Bereich Telekommunikation/IT (42 Prozent) sowie die Autoindustrie (40 Prozent).

Für die Studie wurden nach EY-Angaben insgesamt 1552 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland befragt. EY führt Umfragen dieser Art seit 2015 alle zwei Jahre durch. Auffällig: Vor zwei Jahren, also vor der Coronapandemie, lag der Anteil mit 13 Prozent sogar noch leicht höher. Vor vier Jahren war die Unsicherheit mit sieben Prozent deutlich geringer ausgeprägt. Ob die Digitalisierung tatsächlich Jobs vernichtet, ist umstritten. Während manche Studien den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze prognostizieren, schließen andere mit einem positiven Fazit. Demnach könnten Roboter unterm Strich sogar mehr Jobs schaffen, als sie vernichten.

apr/dpa/AFP

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