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08. April 2018, 19:14 Uhr

Digitale Transformation

Deutsche Konzerne blockieren sich selbst

Es ist zurzeit das Mantra aller deutschen Manager: Die Digitalisierung wälzt die Wirtschaft um. Das Problem: Einer Umfrage zufolge kommt der Wandel in ihren eigenen Firmen nicht recht vom Fleck - aus internen Gründen.

Der digitale Umbau kommt in der deutschen Wirtschaft eher schleppend voran. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage im Auftrag der Beratungsfirma etventure, die dem SPIEGEL vorliegt. Deutsche Manager geben dem Zustand der digitalen Infrastruktur in Deutschland schlechte Noten. 13 Prozent halten sie für mangelhaft, 25 bezeichnen sie als ausreichend. Gut oder sehr gut stufen sie gerade einmal 22 Prozent ein.

Hinzu kommt: Viele Konzerne blockieren sich bei der Transformation offenbar auch selbst. Als gravierendstes Hindernis stufen die befragten Manager demnach die eigene Belegschaft ein. 58 Prozent beklagen die "Verteidigung bestehender Strukturen" durch Mitarbeiter. 51 Prozent bemängeln daneben "fehlende Erfahrung bei nutzerzentriertem Vorgehen" und "blockierende Sicherheitsanforderungen".

Bemerkenswert: Entgegen weitverbreiteten Befürchtungen, der Einsatz intelligenter Maschinen könnte zu Massenarbeitslosigkeit führen, rechnen nur 17 Prozent der Firmen mit einem Sinken ihrer Mitarbeiterzahl. 27 Prozent gehen von mehr geschaffenen Arbeitsplätzen aus. Allerdings: Nur rund ein Drittel der befragten Manager hält die eigene Belegschaft schon heute für ausreichend qualifiziert für die Veränderungen durch die Digitalisierung.

Für die Umfrage wurden Führungskräfte von rund 2000 Großunternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 250 Millionen Euro telefonisch von der Marktforschungsgesellschaft GfK zwischen dem 18. Januar und 16. Februar befragt. Alle teilnehmenden Entscheidungsträger sind mit dem Thema Digitalisierung befasst.

beb

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