Wegen hoher Energiepreise Sächsische Wohnungsgenossenschaft schränkt Warmwasserversorgung ein

In Sachsen hat eine Wohnungsgenossenschaft wegen der hohen Preise die Versorgung von rund 300 Wohnungen mit Warmwasser verringert. Selbst Wolfgang Kubicki empfiehlt inzwischen, kalt zu duschen.
Warmwasser nur noch zu bestimmten Zeiten morgens, mittags und abends

Warmwasser nur noch zu bestimmten Zeiten morgens, mittags und abends

Foto: Philipp von Ditfurth / dpa

FDP-Politiker Wolfgang Kubicki könnte ein guter Bewohner der Wohnungsgenossenschaft Dippoldiswalde sein. Der Bundestagsvizepräsident räumte diese Woche im Streit mit Wirtschaftsminister Robert Habeck über die Bedeutung des Duschens beim Energiesparen schließlich ein: »Ich dusche überwiegend kalt.«

Da dürfte er sich in einer Wohnung der Genossenschaft wohlfühlen.

Denn der Vorstand hat in seinen Wohnungen die Versorgung mit Warmwasser und Wärme teilweise heruntergefahren. Wegen der drastisch gestiegenen Energiepreise heißt es in einem Beitrag auf Facebook : »Die Preise für Gas und Strom steigen weiter. Wie in der Mitgliederversammlung schon angekündigt, müssen wir jetzt für den Winter sparen.«

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300 Wohnungen betroffen

Anschließend folgt eine Liste, zu welchen Stoßzeiten es in der Genossenschaft im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge überhaupt noch Warmwasser gebe – zu bestimmten Zeiten morgens, mittags und abends. Die Heizung wiederum bleibe bis September komplett ausgestellt. Man wolle zudem auch Strom »auf unseren Dächern erzeugen« und ohne Abgabe oder Umlage an die Mitglieder weitergeben. »Das wäre eine echte Entlastung. Will in Berlin und bei den ›E.on's dieser Welt‹ keiner«.

Betroffen von der neuen Warmwasserregel sind seit 1. Juli knapp die Hälfte der rund 600 Genossenschaftswohnungen. Diese würden mit Gas beheizt, berichtete der Sender MDR  unter Berufung auf den Genossenschaftsvorstand. »Es geht nicht darum, die Mieter zu gängeln, sondern sich auf das einzustellen, was wir im nächsten Jahr vielleicht sonst nicht mehr bezahlen können«, sagte demnach Vorstand Falk Kühn-Meisegeier. »Wir wollen, dass Mieter gut durch diese Krise kommen. Das Leben ist so schon teuer genug.«

Die Wohnungsnehmer der Genossenschaft haben demnach Verständnis für das Sparprogramm. Allerdings werde man dafür etwa in den sozialen Medien mitunter heftig angegangen. Auch der Mieterbund kritisierte das Vorgehen, wie der Deutschlandfunk berichtet . Mieter hätten einen gesetzlichen Anspruch auf warmes Wasser, man dürfe diesen nicht einseitig einschränken.

Vielleicht hilft es ja, wenn man sich beim Duschen an Wolfgang Kubicki erinnert. Man sei »frisch morgens, wenn man kalt duscht«, sagte er. »Insofern kann ich das vielen Menschen empfehlen.«

Nur, ob er sich als Liberaler auch vorschreiben lässt, wann er zu duschen hat?

apr
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