Mobile Toiletten Investor kauft Hersteller der Dixi-Klos

Ob auf Festivals oder Baustellen: Mobile Toiletten der Marken Dixi und ToiToi stehen meist dort, wo es kein fließendes Wasser gibt. Nun verkauft die Herstellerfamilie ihr Unternehmen.

Vom Familienbetrieb zum Investorenkonzern: Dixi-Toiletten in Magdeburg
Dirk Sattler / imago images

Vom Familienbetrieb zum Investorenkonzern: Dixi-Toiletten in Magdeburg


Der Finanzinvestor Apax kauft den Hersteller von Dixi- und ToiToi-Toiletten, die Adco-Gruppe. Bisher gehörte die Adco-Gruppe der Familie von Harald Georg Müller, der vor fünf Jahren gestorben war. Müller hatte ToiToi 1983 gegründet und 1997 die vorher in US-Besitz befindliche Dixi hinzugekauft. Adco stellt seine mehr als 300.000 Toilettenhäuschen und -container nicht nur her, es vermietet und reinigt sie auch.

Die Familie hatte das 45 Jahre alte Unternehmen im vergangenen Herbst auf der Suche nach frischem Kapital zum Verkauf gestellt. Zum nun vereinbarten Kaufpreis wollte ein Adco-Sprecher sich nicht äußern.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters aus Finanzkreisen wird das mehr als 4000 Mitarbeiter zählende Unternehmen aus Ratingen bei Düsseldorf bei dem Verkauf mit rund 800 Millionen Euro bewertet. Apax hat sich in dem Bieterwettbewerb gegen die Finanzinvestoren EQT, Triton und die belgische Core Equity Holdings durchgesetzt.

Die Gruppe erhofft sich vom neuen Mehrheitseigentümer die finanziellen Mittel, um das Geschäft auszubauen. Sie behalte aber eine signifikante Minderheitsbeteiligung, teilte Adco mit.

Operative Probleme beim Marktführer

Vorstandschefin Renate Gerstenberg sagte, die Partnerschaft mit Apax solle "unserem Unternehmen gemeinsam mit den bisherigen Gesellschaftern eine langfristige Wachstumsperspektive bieten". Dazu gehöre die Stärkung des Portfolios in bestehenden Märkten ebenso wie die Suche nach neuen Entwicklungspotenzialen.

Adco sieht sich als Weltmarktführer für mobile Toiletten, wie sie auf Baustellen oder bei Großveranstaltungen zum Einsatz kommen. Das Unternehmen kämpft aber mit operativen Problemen. Zuletzt hatten sich Besucher des Nürnberger "Rock im Park"-Festivals über zu wenige Dixi-Klos beschwert. Im laufenden Jahr rechnet die Firma dennoch mit Umsätzen von 360 Millionen Euro und einem operativen Gewinn von rund hundert Millionen vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

kko/Reuters



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