US-Glücksspielstadt Atlantic City versteigert Sprengung von Trump-Casino

Donald Trump machte mit seinen Casinos in Atlantic City jahrelang viel Geld, zuletzt kehrte er dem US-Zockerparadies den Rücken. Der inzwischen klamme Ort will nun an der Sprengung des Trump Plaza verdienen.
Trump-Plaza in Atlantic City

Trump-Plaza in Atlantic City

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ADREES LATIF/ REUTERS

Atlantic City hat schon bessere Zeiten erlebt. Die Stadt der Casinos und Daddelhallen an der US-Atlantikküste befindet sich seit Jahren im Verfall. Immer weniger Menschen kommen in diesen nur auf das Glücksspiel getrimmten Ort im Bundesstaat New Jersey, Tausende Jobs sind bereits verloren. Einer, der hier viel Geld mit den Zockern machte, ist Donald Trump. Neben dem inzwischen ebenfalls geschlossenen Trump Taj Mahal gehörte das Trump Plaza zu den größten Spielcasinos samt angeschlossenem Hotel der Stadt, seit 2014 ist es dicht.

Nun soll das frühere Casino in die Luft gesprengt werden, und die inzwischen stark verarmte Stadt hofft, zumindest daran noch etwas zu verdienen. Die Sprengung soll, wie unter anderem der Sender NBC  berichtet, versteigert werden. Der Bürgermeister will mit einer Spendenaktion rund um das Drücken der Zündung bis zu eine Million Dollar einnehmen. Der Drang, Trumps in Beton gegossene Dekadenz zu Fall zu bringen, scheint einigen Menschen offenbar etwas wert zu sein. Die Gelder sollen der Jugendarbeit in der Stadt, konkret dem Boys & Girls Club, zugutekommen.

»Einige der prägendsten Momente Atlantic Citys haben sich dort abgespielt, aber auf seinem Weg nach draußen hat Donald Trump Atlantic City verspottet«, sagte Bürgermeister Marty Small. Er habe viel Geld gemacht und sei dann ausgestiegen. »Ich will den Abriss dieses Ortes nun nutzen, um Geld für wohltätige Zwecke zu sammeln.«

Trump zog sich ab 2009 aus Atlantic City zurück

Das 1984 eröffnete ehemalige Trump-Casino ist mittlerweile so baufällig, dass Anfang des Jahres mit den Abrissarbeiten begonnen wurde. Anfang 2020 hatten sich Teile der Fassade an einem der Hoteltürme gelöst und sind in die Tiefe gestürzt. Der Rest der Struktur soll am 29. Januar gesprengt werden. Der Boys & Girls Club hat einen Auktionator beauftragt, bis zum 19. Januar Gebote einzuholen. In einer Live-Auktion soll dann der Gewinner ermittelt werden.

Der noch amtierende US-Präsident Trump hatte das Casino in seinem früheren Job als Immobilienentwickler in erster Lage am Boardwalk von Atlantic City bauen lassen. Viele hochkarätige Boxkämpfe fanden in dem Gebäude statt. Anders als das Taj Mahal, das inzwischen wieder als Hard Rock Casino betrieben wird, wird Trump Plaza nun zerstört.

Trump hatte bereits 2009 die meisten Verbindungen nach Atlantic City gekappt, nachdem die Glücksspielindustrie in dem Ort in turbulentes Fahrwasser geraten war. Ab Mitte der Neunzigerjahre wandten sich immer mehr Amerikaner vom Glücksspiel ab, die Casino-Konkurrenz in anderen Bundesstaaten wuchs. Auch die Trump-Casinos zeigten sich wirtschaftlich anfällig, die Dachgesellschaft meldete viermal Insolvenz an. Zuletzt verschärfte die Coronakrise die prekäre Lage der Stadt.

Inzwischen gehört die Ruine des Trump Plaza dem Immobilieninvestor und Milliardär Carl Icahn. Er hat dem Abriss zugestimmt. Bürgermeister Small will mit Icahn nun über mögliche neue Nutzungen diskutieren, sobald das Casino weg ist. Ein so großes innerstädtisches Grundstück in dieser Lage am Wasser werde nur selten frei, sagte Small. »Wir haben eine Chance, das richtig zu machen.«

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