Enthüllung der "New York Times" US-Präsident besitzt chinesisches Bankkonto

Donald Trump führt seit Jahren einen Handelskrieg mit China. Nun wurde aufgedeckt: Er selbst hat Geschäfte in der Volksrepublik vorangetrieben - und dort teils mehr Steuern gezahlt als in den USA.
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US-Präsident Donald Trump mit Chinas Präsident Xi Jinping

Foto: Susan Walsh / AP

US-Präsident Donald Trump hat laut einem Medienbericht jahrelang Geschäftsinteressen in China verfolgt - und besitzt in der Volksrepublik weiterhin ein Bankkonto. Das berichtet die "New York Times"  und beruft sich auf Steuerunterlagen.

Das Bankkonto taucht dem Bericht zufolge nicht in öffentlich zugänglichen Auflistungen von Trumps persönlichen Vermögenswerten auf, da es unter dem Firmennamen Trump International Hotels Management geführt wird. Die Hotel-Gesellschaft soll während seiner Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2016 außerdem ein Büro in China betrieben haben, um "das Potenzial für Hotel-Deals in Asien zu erkunden", sagte Alan Garten, Anwalt der Trump Organization, der "New York Times". Die Gesellschaft soll eng mit einem von der Regierung in Peking kontrollierten Großunternehmen kooperiert haben. Trumps Hotel-Gesellschaft habe zwischen 2013 und 2015 Steuern im Wert von mehr als 188.000 Dollar in China gezahlt und dort Lizenzverhandlungen geführt.

In der Vergangenheit hatte sich Trump immer wieder kritisch über US-Firmen geäußert, die in China Geschäfte machen. Unter seinem Motto "America First" hatte der Präsident bereits 2016 mit scharfer Anti-China-Rhetorik Wahlkampf betrieben und die Volksrepublik als größte Bedrohung für die USA und das westliche demokratische System beschrieben. Trumps bisherige Amtszeit war vom Handelskonflikt mit Peking und dem Vorgehen des Präsidenten gegen chinesische Techfirmen geprägt. Außerdem wirft er seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden im Wahlkampf immer wieder eine schwache Haltung gegenüber Peking vor.

Das Trump-Büro in China soll nicht mehr aktiv sein

Der Anwalt der gesamten Trump-Organisation, Alan Garten, sagte der Zeitung, das Bankkonto sei bei einer chinesischen Bank mit Filialen in den USA eröffnet worden, um Steuern in China zahlen zu können. Seit 2015 seien aber "keine Deals, keine Transaktionen oder sonstige geschäftliche Aktivitäten" der Trump-Gesellschaft in China mehr erfolgt. Auch sei das Büro des Unternehmens in China inaktiv.

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Das Blatt berichtete auch über Konten in Großbritannien und Irland. Diese liefen über Unternehmen, die Trumps Golfplätze in Schottland und Irland betreiben. Unklar sei, wie viel Geld durch die Auslandskonten geflossen sei.

Die "New York Times" hatte zuvor berichtet, dass Trump 2016 und 2017 in den USA lediglich jeweils 750 Dollar Einkommensteuer auf Bundesebene zahlte, obwohl der ehemalige Unternehmer sich stets mit seinem Reichtum rühmt. Normalerweise veröffentlichen Präsidentschaftskandidaten im Wahlkampf ihre Steuererklärungen. Trump tat das bislang nicht und begründet dies damit, dass die Steuerbehörden seine Bücher prüften. Biden hatte seine Steuererklärung freiwillig veröffentlicht. Diese deuteten auf keinerlei Geschäftsbeziehungen zu China.

hej/dpa/AFP