Gerichtsverfahren Deutsche Bank würde Trumps Steuerunterlagen herausgeben

Donald Trump streitet mit dem US-Kongress darüber, ob er seine Steuererklärungen veröffentlichen muss. Die Deutsche Bank verfügt über entsprechende Dokumente und will sie auch herausgeben - wenn ein Urteil vorliegt.

Die Deutsche Bank besitzt Steuerunterlagen von Trump
AP Photo/Mark Lennihan

Die Deutsche Bank besitzt Steuerunterlagen von Trump


Die Deutsche Bank besitzt Steuererklärungen von Donald Trump. Der US-Präsident hat diese Dokumente bisher geheim gehalten. Ob die Bank die Unterlagen wie vom US-Kongress gefordert auch aushändigen muss, ist allerdings noch offen. Seit die Demokraten im Kongress die Mehrheit übernommen haben, versuchen sie, die Herausgabe der Dokumente zu erzwingen.

Das Frankfurter Geldhaus schrieb in einer Mitteilung an ein US-Berufungsgericht, es sei im Besitz von Steuererklärungen. Die Mitteilung, in der die Namen der betroffenen Personen beziehungsweise Firmen geschwärzt waren, stand im Zusammenhang mit einer Anhörung des Gerichts zu dem Thema am vergangenen Freitag. Die Bank lehnte einen Kommentar ab. Ein Anwalt der Familie Trump war zunächst nicht erreichbar.

In den USA ist es Tradition, dass der Präsident der Öffentlichkeit Einblick in seine Finanzen gewährt. Trump lehnt dies aber ab. Er und seine Kinder Ivanka, Eric und Donald Jr. wehren sich juristisch dagegen.

Schulden von 130 Millionen Dollar

Im Frühjahr hatte ein Gericht entschieden, dass die Deutsche Bank und das US-Institut Capital One zur Herausgabe von Dokumenten an den US-Kongress verpflichtet sind. Die Anwälte Trumps und seiner Familie gingen in Berufung und argumentieren, dass es keine rechtmäßige Grundlage für die Dokumenteneinsicht gebe.

Die Deutsche Bank hatte mitgeteilt, der Aufforderung des Gerichts Folge zu leisten, wenn ein rechtmäßiges Urteil vorliege. Wie Capital One in einer Mitteilung an das Gericht schrieb, liegen dem Institut keine Steuererklärungen von Trump vor.

Deutschlands größtes Geldhaus hatte Trump, der damals noch als Immobilienunternehmer tätig war, vor seiner Präsidentschaft hohe Kredite gewährt. Viele andere Institute hatten das nicht mehr getan. Dokumenten zufolge schuldet Trump der Deutschen Bank Trust Company Americas mindestens 130 Millionen Dollar im Zusammenhang mit Immobilienprojekten.

brt/Reuters

insgesamt 12 Beiträge
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hdkuehn 28.08.2019
1. Das kann ja heiter werden
In einem halben Jahr ist der Wahlkampf in Amerika voll im Fokus der Öffentlichkeit und da könnte es sich für die Demokraten positiv auswirken, dass Trump die Herausgabe der Steuererklärungen verweigert hat. Vorausgesetzt natürlich, ein Gericht macht den Weg zur Veröffentlichung frei und sie sind für Trump belastend.
Nubari 28.08.2019
2. Der Wendepunkt?
Wenn es stimmt, was eine Vertrauensperson dem MSNBC-Talkshowmoderator Lawrence O'Donnell gesteckt hat, dann schlummert in den Deutsche-Bank-Unterlagen Sprengstoff. Angeblich bürgen russische Oligarchen für zwei Kredite über knapp 300 Mio USD, an die Trump wegen mangelnder Kreditwürdigkeit nicht herangekommen wäre. Dies würde Trumps sklavische Ergebenheit gegenüber Putin erklären, und noch viel mehr. Auch scheinen sich in den DB-Unterlagen Kopien von Trumps Steuererklärungen zu befinden, und zwar im Rohentwurf und in der endgültigen Fassung. Da Trump oft verschiedenen Institutionen ganz unterschiedliche Angaben zu Einkünften und Vermögen tätigt, könnte dies ebenfalls superkritisch sein, denn falsche Angaben im Kreditantrag stellen in USA ein schweres Verbrechen dar. Diesen Information ist noch unbestätigt und das Gericht hat die Herausgabe noch nicht angeordnet, doch wenn, ja wenn, dies wahr sein sollte, dann ist ein Impeachment unausweichlich und Trumps Wiederwahl in höchster Gefahr, treue Basis hin oder her.
eckawol 28.08.2019
3. Richtig so:
Aufforderung des Gerichts Folge leisten, wenn ein rechtmäßiges Urteil vorliegt.
tpro 29.08.2019
4.
Zitat von hdkuehnIn einem halben Jahr ist der Wahlkampf in Amerika voll im Fokus der Öffentlichkeit und da könnte es sich für die Demokraten positiv auswirken, dass Trump die Herausgabe der Steuererklärungen verweigert hat. Vorausgesetzt natürlich, ein Gericht macht den Weg zur Veröffentlichung frei und sie sind für Trump belastend.
Warum sollte eine Steuererklärung belastend sein? Was die Deutsche Bank hat, dürften lediglich Listen von Einnahmen und Ausgaben sein. Ob Trump noch Konten bei anderen Banken hat, ist ebenfalls unklar.
cipo 29.08.2019
5.
Zitat von tproWarum sollte eine Steuererklärung belastend sein? Was die Deutsche Bank hat, dürften lediglich Listen von Einnahmen und Ausgaben sein. Ob Trump noch Konten bei anderen Banken hat, ist ebenfalls unklar.
Es gibt das Gerücht, dass russische Oligarchen bei der Deutschen Bank für die Trump-Kredite gebürgt haben. Allerdings beruht das Gerücht wohl nur auf einer anonymen Quelle und steht so auf etwas wackligen Beinen. Wenn es wahr wäre, würde es aber so einige Handlungen von Trump und Moscow Mitch erklären.
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