Handelskrieg mit China Hunderte US-Firmen schreiben Protestbrief an Trump

Mehr als 500 US-Firmen verlangen von Präsident Trump ein Ende des Handelsstreits. In einem eindringlichen Brief warnen sie vor "negativen Folgen für die gesamte Wirtschaft".

US-Präsident Donald Trump
AFP Mandel Ngan

US-Präsident Donald Trump


US-Präsident Donald Trump rechtfertigt seine Zollpolitik oft mit den vermeintlichen Vorteilen, die diese Strafsteuern vor allem auf chinesische Einfuhren angeblich für die USA mit sich brächten: Der Staat nehme Geld ein, und US-Hersteller seien geschützt vor Konkurrenz.

Das mag zwar für einzelne Unternehmen und Branchen wie die Stahlproduzenten im Kern stimmen. Zahlreiche andere Firmen leiden hingegen unter den Zöllen. Viele davon haben sich zusammengeschlossen in einem Kampagnenbündnis namens "Zölle schaden dem Kernland" (Tariffs hurt the Heartland) - und versuchen, öffentlich Druck zu machen auf Trump.

Unter dem Begriff Heartland sind in den USA alle Bundesstaaten gemeint, die nicht an der Küste liegen.

Dem Verbund gehören Hunderte Unternehmen und Organisation aus dem Zentrum der USA an. Das ist auch die Region, in der Trump die Wahl im Jahr 2016 für sich entschieden hat. Insgesamt haben mehr als 500 Unternehmen und 140 Vereinigungen am Donnerstag einen Brief an den US-Präsidenten geschickt, in dem sie ein Ende der Spirale von immer neuen Zöllen und die Rückkehr an den Verhandlungstisch mit China fordern.

Die Konzerne sind besorgt über die Eskalation des Handelskonflikts mit der immer wieder neuen Einführung von neuen Zöllen. "Wir wissen aus erster Hand, dass zusätzliche Zölle signifikante negative und langfristige Folgen für die Unternehmen, Landwirtschaft, Familien sowie die gesamte US-Wirtschaft haben", hieß es in dem Schreiben.

beb/dpa



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darthmax 14.06.2019
1. Geschlossenheit
Die chinesische Führung hat die Welthandelsbeziehungen als Entwicklungs/Schwellenland dazu genutzt seine Wirtschaft auf Kosten anderer Staaten auszubauen, unter Ausnutzung aller legaler und illegaler Möglichkeiten und viele Firmen,.die Produkte von dort beziehen vom Import dieser Produkteabhängig gemacht. Dass diese gegen die Sanktionen jetzt ihren Unwillen bekunden ist selbstverständlich, ginge mir als Importeur genauso. Neue Lieferanten aufzubauen kostet Zeit und Geld, ist aber möglich, wie es in Russland gerade bewiesen wird. Anstatt zu jammern sollten diese Betriebe eben handeln. Wir sind jedenfalls laufend dabei, die Verhandlungspositionen der USA zu schwächen, weil wir deren Präsidenten nicht mögen, was sehr kurzsichtig ist.
thomas78behr 14.06.2019
2. Das stört den Joker nicht die Bohne
Mr. Trump hat immer recht und was wissen schon diese Firmen. So jemand wie Donald Trump ist ja auch nicht irgendwie Milliardär geworden sondern nur weil er schlau ist wie und Fuchs und hinterlistig wie ...naja, wollen wir mal die Tiere nicht verunglimpfen. Das ist halt dumpfer Populismus, langfristig nichts als Schäden. Aber die Bürger wollten das ja so. Kann man nur hoffen das künftig Weitsicht und Weisheit wieder mehr in den Focus rücken als nur das dumpfe Stimmung machen. Im Grunde genommen wird sich das ja so oder so von alleine regeln, das liegt in der Natur der Sache.
normalversiffter 14.06.2019
3. Rechtspopulismus in Reinform
Trump muss Feinde generieren, auf denen er jegliche Schuld schieben kann. Im Inneren gelingt ihm das nicht ausreichend, da letztlich alle US-Amerikaner (bis auf die Ureinwohner) einen Migrationshintergrund haben und Nazis nicht zu der Bevölkerungsmehrheit gehören. Innenpolitisch und wirtschaftspolitisch geht es für ihn bergab, da er ausser einem kurzen Strohfeuer primär "nur" die dauerhafte Verschiebung von Geld, Vermögen und Macht zu den Reichen und Superreichen auf Kosten und zulasten der Mitte und Benachteiligten geschafft hat. Entsprechend forciert Trump jetzt immer öfter und extremer neben direkten Kriegen mit Venezuela und Iran auch und insbesondere Wirtschafts- und Handelkriege gegen Cina, EU und Süd-/Mittelamerika. .... Das dabei der Schuss nach hinten losgeht, sieht man am Beispiel Huawei in China: Ohne die seltenen Erden (über 90%), die Zulieferbetriebe und die millardenschweren Patente und die Billionen (1000e an Milliarden) Kredite aus China geht in den USA letztlich nichts. .... Da sieht man, wohin der Rechtsextrempopulismus hierzulande führen würde, nämlich in den "Abgrund für Deutschland", für die Jugend, für die Alten, für die Mitte plus benachteiligte, für die Wirtschaft und erst Recht für die allermeisten Wähler des "Abgrund für Deutschland"s' ....
anders_denker 14.06.2019
4. Verblendete Darstellung
Zitat von darthmaxDie chinesische Führung hat die Welthandelsbeziehungen als Entwicklungs/Schwellenland dazu genutzt seine Wirtschaft auf Kosten anderer Staaten auszubauen, unter Ausnutzung aller legaler und illegaler Möglichkeiten und viele Firmen,.die Produkte von dort beziehen vom Import dieser Produkteabhängig gemacht. Dass diese gegen die Sanktionen jetzt ihren Unwillen bekunden ist selbstverständlich, ginge mir als Importeur genauso. Neue Lieferanten aufzubauen kostet Zeit und Geld, ist aber möglich, wie es in Russland gerade bewiesen wird. Anstatt zu jammern sollten diese Betriebe eben handeln. Wir sind jedenfalls laufend dabei, die Verhandlungspositionen der USA zu schwächen, weil wir deren Präsidenten nicht mögen, was sehr kurzsichtig ist.
Die USA haben über Jahre bestimmte Industrien in Billigländer ausgelagert. Ganze Produktsparten wurden von US Konzernen abgestoßen. Davon hat als einer der letzten asiatischen Staaten auch China profitiert. Von den Vergünstigungen für Schwellenländer übrigens so, wie es International auch gewollt ist. Wenn man das nicht versteht, sorry! Das die USA eine überdurchschnittlich niedrige Produktivität haben, seit langem auf Pump leben, ihre wirtschaft auch gerne mal mit kriegerischen Handlungen befeuern ist nichts neues. Das Trump mit seiner verblendeten Sichtweise gerade ganz massiv Öl ins feuer gießt und dies erkennbar auch in der US Wirtschaft wenige Anhänger findet bemerken inzwischen auch ausgewiesene ignoranten. China hingegen hat, auch das muss man respektieren, frühzeitig versucht zu verhindern das die eigene Industrie von finanzkräftigen Unternehmen aus dem Ausland aufgekauft wird. Hier sollte auch unsre Regierung mal über strengere Regeln nachdenken. Gerade was Heuschrecken betrifft! Letztendlich werden in der europäischen Wirtschaft inzwischen China und Russland als wirtschaftspolitisch zuverlässigere Partner eingeschätzt als die USA. Schaden den der GrWieX Groster Wirtschats eXperte alleine auf seine Kappe zu nehmen hat.
dereuropaeer 14.06.2019
5. darthmax
So viel Unsinn habe ich lange nicht gelesen. Die USA haben auf dem Ruecken China's Ihren Wohlstand erzielt und beschweren sich nun ueber das Handelsdefizit. Die USA sind unfaehig Waren zu produzieren, ausser Waffen und Autos, welche keiner braucht und beschweren sich ueber das Defizit. Da Trump zu dumm ist zu rechnen und zu verstehen, dass die Importzoelle in den USA von den Verbrauchern am Ende bezahlt werden, kann man nur verstehen, dass sich die Firmen ueber soviel Dummheit beschweren. Trump's Methode, entweder Du kaufst von mir, oder ich ueberschuette Dich mit Sanktionen, zieht ueberhaupt nicht mehr. Die USA werden in diesem Handelsstreit untergehen
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