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17. März 2017, 07:19 Uhr

Gehackter Account

McDonald's entschuldigt sich für Anti-Trump-Tweet

"Sie sind wirklich ein widerlicher Möchtegern-Präsident". Mit einem abfälligen Tweet über Donald Trump verursachte McDonald's Aufsehen. Nun hat der Fastfood-Konzern sich entschuldigt - der Account sei gehackt worden.

Ein Tweet verbreitete sich am Donnerstag schnell auf Twitter und anderen sozialen Netzwerken - kein Wunder, schließlich pöbelte da eines der bekanntesten US-Unternehmen den neuen Präsidenten scheinbar an: "Sie sind wirklich ein widerlicher Möchtegern-Präsident, und wir hätten gern Barack Obama zurück. Und außerdem haben Sie winzige Hände", stand da auf der offiziellen Twitter-Seite von McDonald's, adressiert an die Adresse von US-Präsident Donald Trump - und zwar als angehefteter Tweet, also stets als allererste Nachricht zu sehen.

In ersten Reaktionen spekulierten Nutzer auf Twitter darüber, ob ein Social-Media-Redakteur von McDonald's den Tweet abgesetzt haben könnte. In dem Zusammenhang wurde auch darauf verwiesen, dass Obamas früherer Sprecher Robert Gibbs inzwischen der Kommunikationschef des Fast-Food-Konzerns ist.

Nach wenigen Minuten hatte der Konzern den Tweet wieder gelöscht. Der Fastfood-Konzern teilte mit, Twitter habe McDonald's darüber informiert, dass der Account angegriffen worden sei. "Wir haben den Tweet gelöscht, unseren Account gesichert und untersuchen den Fall."

Einige Stunden später meldete sich McDonald's erneut. Auf den ersten Blick schien der Konzern nicht allzu viel neues mitzuteilen zu haben - die Untersuchungen hätten ergeben, dass der Twitter-Account von außen gehackt worden sei. Zudem verlinkte McDonald's auf ein dürres Statement auf der Konzern-Website.

Dort ergänzte das Unternehmen, es habe Maßnahmen ergriffen, den offiziellen Twitter-Account abzusichern - und entschuldigte sich schließlich dafür, dass der Tweet darüber abgesetzt worden sei.

Auf Twitter hatte der Tweet zuvor für begeisterte und entrüstete Reaktionen gesorgt. Einige versprachen, jetzt unbedingt bei McDonald's essen zu gehen, andere zeigten sich empört und versuchten, einen Boykott-Aufruf in Umlauf zu bringen.

Erst vor wenigen Tagen hatte es im Zusammenhang mit den aktuellen Spannungen zwischen der Türkei auf der einen Seite und Deutschland und den Niederlanden auf der anderen Seite Hacker-Angriffe auf offizielle Twitter-Accounts von Prominenten, Unternehmen und Institutionen gegeben. Dabei waren auf Türkisch Anfeindungen gegen die Niederlande und Deutschland verbreitet worden.

fdi/Reuters

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