Wegen Donald Trump Starinvestor Soros wettet auf fallende US-Kurse
George Soros
Foto: Olivier Hoslet/ APDer US-Starinvestor George Soros wettet Millionen Dollar auf fallende Kurse an den US-Börsen. Aktuelle Unterlagen zeigen, dass Soros eine Wette in Höhe von 764 Millionen Dollar platziert hat, die dann aufgeht, wenn die beiden Börsenindizes S&P 500 und Russell 2000 hohe Kursverluste hinnehmen müssen.
Der S&P 500 ist das wichtigste Börsenbarometer der USA und umfasst die 500 wichtigsten Aktiengesellschaften der USA. Im Index Russell 2000 befinden sich hingegen vor allem kleinere und mittelgroße Firmen. Zuletzt legten diese Firmen an der Wall Street besonders stark zu, weil sie von der geplanten Unternehmensteuersenkung - ein Herzensanliegen von Präsident Donald Trump - ungemein profitieren würden.
Doch Soros rechnet offenbar damit, dass diese Steuergeschenke nie Realität werden. Allein auf den Niedergang des Russel-2000-Index setzte Soros 460 Millionen Dollar. Seine Wetten auf einen fallenden S&P 500 verdreifachte er auf 305 Millionen Dollar.
Soros setzt damit auf den Kurssturz von Branchen, die bisher von Trumps Politik profitiert haben. Sollte sich die innenpolitische Krise um Trump zuspitzen, würden die Kurse dieser Aktien einbrechen, so die Erwartung des Milliardärs. Bei einem vorzeitigen Ende von Trumps Präsidentschaft würde Soros Milliardengewinne einstreichen.
Soros letzte Wette ging nicht auf
Das bedeutet allerdings nicht, dass der Börsenguru blind auf einen Crash spekuliert. Denn zusätzlich zu seinen sogenannten Short-Wetten hat der Investor auch einige Long-Positionen aufgebaut. Das heißt: Er setzt auf Branchen, von denen er glaubt, dass sie in den kommenden Monaten zulegen werden.
Soros erhöhte etwa seine Investitionen in Technologiefirmen. Sein Kalkül: Tech-Firmen wie Facebook und Twitter litten zuletzt, weil Trump nicht viel für das Silicon Valley übrig hat. Er macht sich stattdessen stark für Firmen der Old Economy: Seit seinem Wahlsieg schossen vor allem die Aktienkurse von Baukonzernen, Banken und Industriefirmen in die Höhe. Doch wenn Trumps Politik bald scheitern sollte, könnte sich das positiv auf Tech-Firmen auswirken.
Der umstrittene Investor Soros wurde berühmt, als er in den Neunzigerjahren auf die Abwertung des britischen Pfunds wettete und damit über Nacht mehr als eine Milliarde Dollar verdiente. Seitdem genießt er Legendenstatus an der Wall Street - mit einem Vermögen von rund 24 Milliarden Dollar gehört er zu den reichsten Menschen der Welt.
Mit seiner Wette gegen Trump ist Soros derzeit nicht allein. Die Wetteinsätze auf ein vorzeitiges Ende der Präsidentschaft Trumps sind in den vergangenen Tagen nach oben geschossen. Erste Investoren machen sich schon für ein Amtsenthebungsverfahren wegen der Comey-Affäre bereit und kaufen vermehrt europäische Aktien; gleichzeitig fahren sie ihre Investitionen in US-Aktien zurück.
Bisher blieb der Crash an den Börsen aus. Sollte es aber tatsächlich zu einem Amtsenthebungsverfahren kommen, wäre das ein großer Schock für die Märkte.
Ob Soros mit seiner Wette richtigliegt, ist völlig unklar. Denn nicht immer hat der Börsenguru den richtigen Riecher. Schon kurz nach dem Wahlsieg Trumps spekulierte er auf fallende Kurse von US-Aktien. Die Wette ging nicht auf: Die Aktienkurse setzten nach Trumps Wahlsieg zu einer regelrechten Rallye an und erreichten neue Rekordstände. Soros verlor dadurch fast eine halbe Milliarde Dollar.