Mutmaßliches Comeback des Ex-Präsidenten Donald Trump treibt 122 Millionen Dollar ein

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat einen dreistelligen Millionenbetrag an Spenden eingesammelt. Er will damit die Republikaner bei anstehenden Wahlen unterstützen – und womöglich auch seine Rückkehr.
Donald Trump vor Anhängern in Texas Ende Januar

Donald Trump vor Anhängern in Texas Ende Januar

Foto: GO NAKAMURA / REUTERS

Im Herbst sind in den USA Halbzeitwahlen, und in den Parteien wird längst ausgelotet, wer danach womöglich das Zeug zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahl hat. Ein Name, der dabei immer wieder fällt, ist Donald Trump. Die Organisation des abgewählten Ex-Präsidenten hat jedenfalls inzwischen mehr als 122 Millionen Dollar liquider Mittel angehäuft, wie die Anhänger mitteilten, wenngleich sich Trumps Spendensammlung Ende 2021 etwas verlangsamte.

Das Geld solle den Republikanern unter anderem bei ihrem Versuch helfen, im Lauf des Jahres die Mehrheit im Kongress zu gewinnen, wie aus am Montag veröffentlichten Berichten hervorgeht. Trumps wichtigstes Fundraising-Komitee, bekannt als »Save America«, nahm demnach zwischen Juli und Dezember etwa 23 Millionen Dollar ein – gegenüber 62 Millionen Dollar in der ersten Hälfte des Jahres 2021, wie aus den Berichten an die Federal Election Commission hervorgeht.

Trump, der die Präsidentschaftswahlen 2020 gegen den Demokraten Joe Biden verloren hat und nun seit etwa einem Jahr nicht mehr im Amt ist, ist bei den Republikanern nach wie vor beliebt. Er behauptet zudem weiterhin, dass er betrügerisch um den Sieg gebracht worden sei.

Geld für Veranstaltungen mit aussichtslosen Kandidaten – und Trump-Reden

Dass sich die Spendensammlung verlangsamt, sorgte bei den Republikanern jedoch für Unruhe. »Je weiter sich Trump vom Weißen Haus entfernt, desto schwieriger scheint es für ihn zu werden, Geld zu beschaffen«, sagte Dan Eberhart, ein prominenter republikanischer Spender und Chef des Ölfelddienstleisters Canary. Zuletzt hatte Trump nach seinem Rausschmiss bei Twitter auch an einem eigenen sozialen Netzwerk gearbeitet – und für eine Börsenhülle, aus der die Plattform mit dem Arbeitsnamen »Truth Social« entstehen soll, viel Geld eingesammelt.

Ob Trump 2024 tatsächlich noch einmal antritt, ist offiziell offen. Er hat bislang jedoch nachdrücklich angedeutet, dass er erneut für das Präsidentenamt kandidieren könnte. Die Regeln der Wahlkampffinanzierung verbieten es ihm dabei, seine eigene Kandidatur mit Geldern von »Save America« zu finanzieren. Trump gibt jedoch große Summen für politische Kundgebungen aus, die angeblich republikanische Kandidaten unterstützen, bei denen jedoch seine eigenen Reden im Mittelpunkt stehen.

Entsprechend hat Trump bereits Dutzende von republikanischen Kandidaten unterstützt, darunter mehrere, die gegen Republikaner antreten, die mit den Demokraten für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump gestimmt hatten, nachdem er am 6. Januar 2021 einen tödlichen Angriff auf das Kapitol angezettelt hatte.

»Trump könnte sehr wohl einen Weg finden, das Geld, das er 2021 gesammelt hat, für einen Wahlkampf 2024 auszugeben und damit durchzukommen«, sagte Paul Ryan, ein Spezialist für Wahlkampffinanzen bei Common Cause, einer überparteilichen Gruppe, die sich für Regierungsreformen einsetzt.

apr/Reuters
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