Handelsstreit mit China Dow endet mit höchstem Tagesverlust seit Januar

China und die USA überziehen sich weiter gegenseitig mit Zöllen - zum Missfallen auch der Anleger an den amerikanischen Aktienmärkten: Die US-Börsen schlossen am Montag deutlich im Minus.

Containerschiff im Hafen von Oakland, Kalifornien
Justin Sullivan/ AFP

Containerschiff im Hafen von Oakland, Kalifornien


Der eskalierende amerikanisch-chinesische Handelskonflikt hat die Anleger an den US-Aktienmärkten am Montag vergrault. Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Minus von 2,38 Prozent bei 25.324,99 Punkten. Mit einem höheren Tagesverlust war der US-Leitindex zuletzt am 3. Januar 2019 aus dem Handel gegangen. Der breiter gefasste S&P 500 fiel am Montag um 2,41 Prozent auf 2811,87 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 sackte gar um 3,46 Prozent auf 7324,13 Punkte ab. Damit endete der Index mit dem höchsten Tagesminus seit Anfang Dezember.

Der Handelsstreit war in den vergangenen Tagen noch einmal eskaliert. Am Freitag hoben die USA Zölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar von 10 auf 25 Prozent an. Gespräche zwischen Vertretern der USA und Chinas in Washington gingen ohne nennenswertes Ergebnis zu Ende. Am Montag dann kündigte China an, seinerseits ab dem 1. Juni bestehende Zölle auf amerikanische Waren zu erhöhen. Knapp 2500 US-Produkte sollen demnach mit 25 Prozent Importzoll belegt werden. Auf weitere Waren sollen ebenfalls Strafzölle erhoben werden, allerdings mit niedrigeren Zollsätzen.

Video: Chinesische Experten - "Die USA werden den Großteil zahlen"

Bei den Einzelwerten im Dow litten vor allem die Aktien des Computerherstellers Apple Chart zeigen, des Flugzeugherstellers Boeing Chart zeigen und des Baumaschinen-Konzerns Caterpillar Chart zeigen unter den angekündigten Vergeltungsmaßnahmen Chinas. Sie mussten Abgaben zwischen 4,6 und 5,8 Prozent hinnehmen und waren damit die drei schwächsten Aktien im Leitindex. Die Unternehmen hängen besonders stark von Geschäften mit China ab.

Die Papiere von Facebook Chart zeigen verloren 3,6 Prozent. Die Forderung nach einer Zerschlagung des Onlinenetzwerks wird verstärkt zu einem Thema für den Vorlauf zur US-Präsidentenwahl 2020. Mit der Senatorin Kamala Harris sprach sich eine weitere Politikerin aus dem Lager der Demokraten dafür aus, dass die US-Regierung eine Aufspaltung des Unternehmens prüfen sollte.

Die Anteilscheine von Uber weiteten ihren kräftigen Kursabschlag vom Freitag aus und sackten um knapp elf Prozent ab. Der Fahrdienstvermittler war zum Wochenschluss bei der größten Börsenpremiere seit Jahren auf eine schwache Nachfrage von Anlegern gestoßen.

Auch für die Papiere von Wynn Resorts ging es mit minus 6,2 Prozent ebenfalls noch einmal deutlich abwärts. Der von der Casino- und Hotelkette in der Vorwoche veröffentlichte Quartalsumsatz hatte die Erwartungen verfehlt.

Der Zollstreit zwischen den USA und China verhagelte auch den Anlegern am deutschen Aktienmarkt den Wochenstart: Für den Dax, der bereits in der vergangenen Woche knapp drei Prozent eingebüßt hatte, ging es am Montag um 1,52 Prozent auf 11.876,65 Punkte abwärts.

Trump erklärte am Montag, er wolle sich beim G20-Gipfel Ende Juni im japanischen Osaka mit Chinas Staatschef Xi Jinping über die Handelsfrage austauschen.

aar/dpa/Reuters

insgesamt 5 Beiträge
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graf koks 14.05.2019
1. Ansage!
Die Preissteigerungen, die Trumps Irrlichtern bewirken, treffen erst mal den normalen US-Bürger. Das juckt ihn kaum. Wenn aber die Aktien fallen, wird er hoffentlich gebremst. Meine Prognose: Nach Trump wird sich die Wirtschaft wieder erholen.
mima84_84 14.05.2019
2.
Und natürlich gibt es auch hier einen guten Grund, warum Trump seine Steuererllärung nicht öffentlich macht. Er dürfte einen guten Schnitt gemacht haben.
bigkahoona 14.05.2019
3. Der Typ ist zu dumm
Der Multipleitier Trump ist zu dumm um IRGEND ETWAS zu verstehen. Man muss ihn nur ansehen. Wenn der den Mund aufmacht schämt man sich augenblicklich fremd.
MagittaW 14.05.2019
4. China oder Iran?
Die Ursache für den schwachen Aktienmarkt scheint singulär der Zollstreit mit China zu sein. Der Konflikt mit Iran, die Flugzeugabstürze oder die drohende Sammelklage gegen Apple spielten also keine Rolle - natürlich nur, wenn ich im "Spiegel-Universum" lebe und arbeite und deren Artikel für objektiv halte. Immer noch wird jedes negative Ereignis als Beweis für Trumps anbgebliche Unfähigkeit herangezogen. Selbst offensichtliche andere Möglichkeiten werden einfach ignoriert, weil sie nicht in Konzept zur politschen Agenda passen. Traurig, aber eigentlich lein Journalismus.
ambulans 14.05.2019
5. eigentlich
kann man sowas garnicht mehr verstehen: statt "MAGA" inszeniert #the real donald die bisher größte verarsche der US-bevölkerung seit anno dunnemals - seine zölle und "straf"-geschichten verteuren immer mehr produkte (vor allem solche, die die USA selbst nicht mehr herstellen/können), sodass lediglich die US-amerikaner sowas ähnliches wie eine zusätzliche "konsum"-steuer entrichten (verdeckte steuer-erhöhungen - statt der vollmundig propagierten steuer-"senkungen). der wahre donald füllt halt schon seit längerer zeit seine taschen und die seiner spießgesellen mit willkürlichen tweets (heute für dieses, morgen gegen jenes) - wer heute schon als insider weiß, was morgen "passiert", kann ja praktisch sorglos investieren (das wäre doch mal ein fall für die SEC; FBI, justizministerium, kongress und demnächst wohl auch der senat sind ja schon hinter ihm her). sage noch einer, donnie würde jemandem auch nur irgend etwas vormachen - wer hier profitiert, muss doch jedem bereits vor beginn der vorwahlen klar sein. also ...
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