Millionenkredite Wie die Deutsche Bank ihr Trump-Problem loswerden will

Gut 300 Millionen Dollar schulden Donald Trumps Firmen der Deutschen Bank. Das birgt Interessenkonflikte, zumal Trump selbst offenbar für die Rückzahlung der Kredite bürgt. Nun will das Geldhaus raus aus dem Schlamassel.
US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

Foto: Evan Vucci/ AP

Die Deutsche Bank gehört zu den größten Gläubigern von Donald Trump - eine Rolle, die dem Konzern aus verschiedenen Gründen unangenehm ist. Laut Medienberichten versucht die Bank derzeit, seine Trump-Kredite zu restrukturieren.

Offiziell will die Deutsche Bank   nichts zu ihren Trump-Deals sagen, die Verbindlichkeiten sollen aber bei gut 300 Millionen Dollar liegen. Ein Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg  erklärt die Probleme der Bank.

Demnach wurden drei Trump-Immobilien mithilfe der Deutschen Bank finanziert:

  • das Golfresort Doral bei Miami, wo Trump früher Schönheitswettbewerbe und eine Siegesfeier zur Wahl abhielt, für rund 125 Millionen Dollar
  • ein Hotel- und Büroturm in Chicago, der dem Geldhaus in der Finanzkrise bereits Probleme bereitete, für 25 bis 50 Millionen Dollar
  • und die Renovierung des vom Staat gemieteten Alten Postamts in Washington, wo erst im Oktober 2016 - kurz vor der Wahl - ein neues Trump-Hotel eröffnete; der 170-Millionen-Dollar-Kredit wurde 2015 gewährt.

Restrukturierung ist in Zusammenhang mit Krediten ein böses Wort. Meist wird damit eine Umschuldung beschönigt, die nötig wird, weil der Schuldner seine Zahlungspflicht nicht erfüllen kann oder will - man könnte auch Pleite dazu sagen.

Doch während der Schuldner Trump und die Gläubigerin Deutsche Bank sich in der Vergangenheit schon vor Gericht über Zahlungsmoral stritten, gilt diesmal nicht das Kreditrisiko als Problem. Die laufenden Darlehen würden regelmäßig bedient, heißt es.

Die Deutsche Bank könnte Trumps persönlichen Besitz pfänden

Was den Bankern stattdessen offenbar Sorge bereitet, ist das Risiko für ihren Ruf - und für ihre juristische Integrität. Sie würden die Trump-Kredite gern als reine Immobilienfinanzierung behandeln, mit inzwischen gut ausgelasteten Gewerbeimmobilien in Top-Lagen als Sicherheit. Zins und Tilgung zahlt die Trump Organization, die nun von Trumps Söhnen Eric und Donald jr. geführt wird.

Doch Donald Trump senior, der eigentlich gar nichts mehr mit dem Geschäftlichen zu tun haben soll, hat die Rückzahlung der Kredite persönlich garantiert. Falls doch einmal einer davon faul würde, könnte - oder müsste - die Bank also den Besitz des amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten pfänden - oder es zumindest versuchen.

Dem Vernehmen nach wurden die Kredite auch von der Sparte Vermögensverwaltung für superreiche Privatkunden vergeben - im Fall Chicago, um die Kollegen von der Unternehmenskundensparte, der Trump einst als Türöffner ins Amerikageschäft diente, aus dem Problemkredit herauszulösen.

Laut Bloomberg zielt die Deutsche Bank nun darauf ab, das Verhältnis zu professionalisieren, die persönliche Garantie aus den Verträgen zu nehmen und durch die Immobilien als Sicherheit zu ersetzen. Ein Trump-Anwalt hatte im Dezember erklärt, das Darlehen für den Turm in Chicago sei bereits entsprechend geändert worden.

Für Miami und Washington stockt das Vorhaben aber offenbar. Die Bank, die noch eine US-Strafe wegen Geldwäsche in Russland erwartet, will weder Kritikern eine Vorlage liefern, indem sie Trump billig aus seiner Vertragspflicht entlässt; noch mag sie ein schlechtes Verhältnis mit der Trump Organization riskieren, wenn sie als Preis für den Verzicht die Zinsen anhebt.

So oder so, den Interessenkonflikt mit Trump wird die Deutsche Bank wohl nicht so schnell los.