Dotcom-Hype Twitter sammelt Hunderte Millionen Dollar ein

Der Anleger-Hype um IT-Firmen nimmt kein Ende: Nun hat der Nachrichtendienst Twitter neue Investoren gefunden. Laut "Wall Street Journal" haben sie mehrere hundert Millionen Dollar in das Unternehmen investiert - dessen Wert nun auf rund sieben Milliarden Dollar geschätzt wird.
Twitter: Der Hype kommt auch beim Kurznachrichtendienst an

Twitter: Der Hype kommt auch beim Kurznachrichtendienst an

Foto: DDP

New York - Der Kurznachrichtendienst Twitter lockt neue Investoren an. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal"  haben Anleger sich nun geradezu darum gerissen, Anteile an der jungen Internetfirma zu bekommen. Das drückt sich in der Bewertung aus: Die liege mittlerweile bei bis zu sieben Milliarden Dollar, berichtet die Zeitung und beruft sich auf einen namentlich nicht genannten Insider.

Twitter habe bei einer neuen Finanzierungsrunde mehrere hundert Millionen Dollar an frischem Geld eingesammelt. Das letzte Mal hatte das Unternehmen im Dezember den Kapitalmarkt angezapft - und war damals mit 3,7 Milliarden Dollar bewertet worden.

Der neue Hype in der IT-Branche erinnert an die dunkle Zeit des Dotcom-Booms in den späten neunziger Jahren. Damals endete die Immer-mehr-und-immer-größer-Wette im Desaster. Schätzungen zufolge hat der Crash vom 10. März 2000 die Welt fünf Billionen Dollar gekostet - so viel Aktienkapital und Unternehmenswerte sollen in den folgenden eineinhalb Jahren verbrannt worden sein.

Wie stark das Interesse von Anlegern an den Internetfirmen ist, haben die Börsengänge des beruflichen Online-Netzwerks LinkedIn und des Internetradios Pandora gezeigt. Obwohl die Firmen kaum Geld verdienen oder wie im Falle von Pandora sogar Verluste schreiben, sind sie Milliarden Dollar wert. Der Spieleentwickler Zynga und das Schnäppchen-Portal Groupon streben an die Börse. Im kommenden Jahr dürfte dann das weltgrößte soziale Netzwerk Facebook folgen.

Die Börsianer achten genau darauf, wie viel Geld Investoren abseits der Börse auf den Tisch legen, um an Firmenanteile zu gelangen. Aus dem Preis für die einzelnen Anteile wird dann der Gesamtwert hochgerechnet. Die Zahl ist allerdings nur ein grober Anhaltspunkt für den Preis, den eine Internetfirma dann tatsächlich an der Börse einbringen kann. Bei Facebook kursieren Summen von 50 bis 100 Milliarden Dollar.

cte/dpa
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