Parfümeriekette Douglas will mehr als jede zehnte Filiale schließen

Der Lockdown hat Douglas hart getroffen. Nun sollen offenbar mehr als 50 Filialen dichtgemacht werden. Auch in Südeuropa dünnt die Parfümeriekette ihr Filialnetz aus.
Douglas-Filiale in Frankfurt: Massive Sparmaßnahmen

Douglas-Filiale in Frankfurt: Massive Sparmaßnahmen

Foto: Ralph Peters / imago images/Ralph Peters

Die Parfümeriekette Douglas will mehr als 50 ihrer 430 Filialen in Deutschland dauerhaft schließen. In Europa insgesamt sollen bis zu 500 der knapp 2400 Standorte wegfallen, wie das manager magazin  unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet. Die Kürzungen will die Douglas-Geschäftsführung um Chefin Tina Müller Ende Januar dem Aufsichtsrat vorschlagen.

Das Filialnetz in Deutschland wird damit weniger stark ausgedünnt als teilweise befürchtet. Allerdings dürften trotzdem mehrere Hundert der oft in Teilzeit beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen müssen.

In Spanien und Italien, wo Douglas ein Netz mit sehr vielen sehr kleinen Läden betreibt, sollen die Einschnitte deutlich härter ausfallen. Douglas ist mit 2,2 Milliarden Euro hoch verschuldet und von den Lockdowns überall in Europa hart getroffen.

Digitalumsatz legt kräftig zu

Dies führte aber auch dazu, dass sich Douglas' Umbau zum Digitalhändler beschleunigt und sich das Onlinegeschäft besser als geplant entwickelt. Im Kalenderjahr 2020 habe Douglas eine Milliarde Euro Umsatz über digitale Kanäle erzielt, schreibt das manager magazin. Avisiert war dies erst für das laufende Geschäftsjahr 2020/21.

Im vergangenen Geschäftsjahr (per 30. September 2020) schnitt Douglas laut manager magazin mit einem Rückgang des Konzernumsatzes um mehr als sechs Prozent auf knapp drei Milliarden Euro im Branchenvergleich gut ab. Der operative Gewinn schrumpfte allerdings erheblich stärker.

Douglas hatte im Dezember für Aufsehen gesorgt, als es im Lockdown verkündete, knapp ein Viertel der Filialen offen zu halten, schließlich verkaufe man überwiegend Drogerieartikel. Nach heftiger Kritik nahm Firmenchefin Müller die Entscheidung zurück.

hej

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