Wall Street Dow Jones fällt auf tiefsten Stand seit April

Der Handelsstreit belastet die US-Börsen weiter, Investoren stoßen ihre Aktien in großem Stil ab. Zwischendurch erreichte der Dow Jones den niedrigsten Stand seit Anfang April.

Händler an der New Yorker Börse (Archivbild)
AFP

Händler an der New Yorker Börse (Archivbild)


Die US-Aktienmärkte setzen ihren Negativtrend fort: Der Dow Jones Index der Standardwerte verlor 2,1 Prozent auf 23.592 Punkte. Im Handelsverlauf fiel er zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand seit Anfang April.

Auch der breiter gefasste S&P-500 gab um 2,1 Prozent auf 2545 Zähler nach - das ist der niedrigste Schlusskurs seit rund 14 Monaten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackte um 2,3 Prozent auf 6448 Stellen ab.

In den letzten Handelsminuten hatten sich die Kurse dabei von ihren Tagestiefs noch erholt, indem etwa der Dow noch rund 120 und die Nasdaq noch rund 40 Punkte gutmachten. In Frankfurt hatte der Dax 0,9 Prozent schwächer bei 10.772 Punkten geschlossen.

Marktstratege Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners sprach von einem "Salami-Crash": Scheibchenweise gehe es mit den Kursen immer weiter abwärts. Investoren stießen derzeit Aktien in großem Stil ab.

Das überdurchschnittliche Wachstum der US-Wirtschaft dürfte sich wohl kaum fortsetzen, sagte Anlagestrategin Karen Ward von der Bank JPMorgan. Der "Zuckerrausch" der fiskalpolitischen Anreize der Regierung Trump werde abklingen. Grund hierfür sei vor allem der handelsfeindliche Kurs der US-Regierung. Unternehmen dürften folglich Investitionen verschieben und ihre Gewinne weniger stark steigen.

Die Kurse im Einzelnen: Für Verunsicherung sorgte eine Gewinnwarnung des britischen Online-Modehändlers Asos. "Die Anleger sind ängstlich", sagte Fondsmanagerin Kim Forrest vom Vermögensverwalter Fort Pitt Capital Group. Die Gewinnwarnung werfe Fragen auf, wie stark das Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels ausfallen werde.

Mit einem Kursrutsch von 4,5 Prozent stand an der Wall Street insbesondere Amazon unter Druck, die unter den Nachrichten von Asos litten.

Im Minus notierten auch Versicherer. UnitedHealth etwa gaben 2,6 Prozent nach. Auslöser war die Entscheidung eines Richters in Texas, der die Gesundheitsreform Obamacare als nicht verfassungskonform einstufte.

Goldman Sachs verloren 2,8 Prozent. Malaysia hat die Investmentbank wegen deren Verstrickung in die Korruptionsaffäre um den Staatsfonds 1MDB angeklagt. Das Land fordert Schadenersatz in Milliardenhöhe.

Twitter-Aktien rauschten um knapp sieben Prozent in den Keller. Die Kurznachrichten-Plattform hatte über einen möglichen Hacker-Angriff berichtet.

Wegen des Berichts über mit Asbest verseuchtes Babypuder verloren die Papiere von Johnson & Johnson weitere 2,9 Prozent. Wie die Nachrichtenagentur Reuters nach Auswertung von Firmenunterlagen, internen Berichten und vertraulichen Dokumenten berichtet hatte, wusste der Hersteller von Penaten-Babypflege offenbar schon seit Jahrzehnten von der Existenz des gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffes in seinen Pudern.

kko/dpa/Reuters



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