USA vs. China Handelskrieg tobt - Kurse an der Wall Street fallen

Der Handelskrieg mit China führt an der US-Börse zu den schlimmsten Tagesverlusten des Jahres. Ein Experte spricht gar von einem "Mini-Crash".

"Die Anleger sind noch nicht im Panikmodus" - verunsichert ist die Wall Street dennoch
Richard Drew / AP

"Die Anleger sind noch nicht im Panikmodus" - verunsichert ist die Wall Street dennoch


Der tobende Handelskrieg zwischen China und den USA hat die Kurse am US-Aktienmarkt zum Wochenauftakt stark beeinträchtigt. Der Leitindex Dow Jones Industrial sackte um 2,90 Prozent ab auf 25.717,74 Punkte. Dem marktbreiten S&P 500 erging es ähnlich mit minus 2,89 Prozent auf 2844,74 Punkte. Beide Indizes hatten am Montag zwischenzeitlich mehr als dreieinhalb Prozent verloren. Noch schlimmer erwischte es den Nasdaq 100, der zeitweise um mehr als vier Prozent nach unten rasselte und mit minus 3,60 Prozent auf 7415,69 Punkten den Tag beendete.

Alle drei Indizes hatten im Juli noch Kurs-Bestmarken erreicht. Am Montag machten der Dow, der S&P und der Nasdaq 100 aber jeweils die bislang größten Tagesverluste im Jahr 2019. "Das, was wir heute in den USA gesehen haben, ist schon mehr als eine normale Verkaufswelle. Die Anleger sind noch nicht im Panikmodus, aber eine gehörige Portion Unsicherheit ist dabei", sagte Thomas Altmann, Portfolio-Manager beim Vermögensverwalter QC Partners. "Wenn Indizes wie der Nasdaq 100 an einem Tag zwischenzeitlich mit mehr als vier Prozent im Minus liegen, darf das durchaus als Mini-Crash bezeichnet werden."

Für die Wall Street war es der schlechteste Tag des Jahres
Johannes Eisele / AFP

Für die Wall Street war es der schlechteste Tag des Jahres

Der Handelskrieg erreichte eine weitere Eskalationsstufe, nachdem China Maßnahmen gegen angekündigte US-Zollerhöhungen ergriff und damit die Sorgen der Anleger vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung vergrößerte. So konterte Peking mit einer Abwertung seiner Währung, auch wenn die Notenbank versicherte, die heimische Währung nicht als Mittel im Handelskonflikt einzusetzen.

"Die Tatsache, dass sie jetzt aufgehört haben, die Marke von sieben zum Dollar zu verteidigen, lässt darauf schließen, dass sie jede Hoffnung auf ein Handelsabkommen mit den USA aufgegeben haben", sagte Julian Evans-Pritchard, China-Volkswirt beim Analysehaus Capital Economics.

Zudem wies die Volksrepublik ihre Unternehmen dazu an, keine Agrargüter mehr aus den USA zu importieren. Die Einfuhren hatte sie vor einiger Zeit als Zugeständnis zugesagt, um den Konflikt etwas zu entschärfen.

Massaker in den USA wirken sich auf die Börse aus

Die Massaker von El Paso und Dayton lassen die Rufe nach strengeren US-Waffengesetzen wieder lauter werden - davon konnten am Montag an der Börse ausgerechnet die großen Waffenschmieden teilweise profitieren. Die Aktien von American Outdoor Brands - dem Mutterkonzern des Herstellers Smith & Wesson - gewannen 2,20 Prozent. Die Papiere des Wettbewerbers Sturm, Ruger & Co gaben indes um 1,48 Prozent nach.

Der Euro stieg zeitweise über 1,12 Dollar. In New York kostete er zuletzt 1,1198 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1182 Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8943 Euro gekostet.

ptz/dpa

insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
stefan7777 06.08.2019
1. So wie man rein schreit, so hallt es auch heraus!
Wer wundert sich wirklich darüber, das die Sticheleien von Trump dann irgendwann auch ihre Wirkung entfalten? Ich meine, eine Politik die auf Polemik und Lügen basiert noch dazu Hass und Manipulation, wo soll die denn hinführen? Etwa zu Vertrauen, Fairness, positiver Stimmung und Investitionsfreude? Der Man sät täglich Hass und mir Waffen direkt den Tod und den wird er natürlich auch ernten. Natürlich leider nicht nur in Form von Waffengewalt im eigenen. Glaubt hier wirklich jemand was Jonson, Bolsonaro oder Salvini bzw. die Typen von unserer Afd da treiben wird Kräfte entfalten können, die auch nur irgend etwas positives bewirken auf dieser Welt oder auch nur auf einer kleinen Insel? Niemand ist so unermesslich Naiv. Alle Anhänger und Sympathisanten wissen, dass es nur um Zerstörung und nicht um Aufbau oder Überleben geht! Nur wird es mal langsam Zeit, dass die die eine andere Welt wünschen sich wehren. Und zwar entschieden!
dereuropaeer 06.08.2019
2. Weltweiter Handelskrieg
Das haessliche Gesicht der USA hat den weltweiten Handelskrieg angezettelt und wird daran hoffentlich ersticken.
astrolenni 06.08.2019
3. Waffenfirmen
Dass die Kurse der Rüstungsindustrie ansteigen ist üblich - es ist die zynische Hoffnung auf "Hamsterkäufe" vor einem Verbot. (Dass dann doch nicht kommt.)
dirkcoe 06.08.2019
4. Sehen so Sieger aus?
Ist das also der Handelskrieg, den Trump leicht und schnell gewinnen wollte? Mir scheint das China nur einmal kurz gezuckt hat - um Trump die Welt zu erklären. Leider reicht der Intellekt von Trump nicht aus um die Warnung zu verstehen.
123rumpel123 06.08.2019
5. yyy
Zitat von dirkcoeIst das also der Handelskrieg, den Trump leicht und schnell gewinnen wollte? Mir scheint das China nur einmal kurz gezuckt hat - um Trump die Welt zu erklären. Leider reicht der Intellekt von Trump nicht aus um die Warnung zu verstehen.
Der Handelskrieg wird weitergehen, inzwischen ist jedem auf der Welt klar, dass es ein Wettkampf der Systeme ist, gewinnen muss Trump den kurzfristig nicht mehr , nur durchhalten, und da helfen die Demokraten in den USA bereits fleissig . Mit der Währungsmanipulation hat sich Peking verzockt. Da versteht IWF und WTO keinen Spaß und die restliche Welt wird das nicht mehr als Zuschauer aussitzen können.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.