Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 US-Börsen stürzen ab

Eine düstere Prognose der Zentralbank und die Angst vor einem erneuten Anstieg der Corona-Infektionen haben auch an den US-Börsen die Kurse fallen lassen. Am stärksten verlor der Leitindex Dow Jones.
Trader an der New Yorker Wall Street (Archivfoto): Fast sieben Prozent ins Minus

Trader an der New Yorker Wall Street (Archivfoto): Fast sieben Prozent ins Minus

Foto: Richard Drew/ AP

Der rasante Aufschwung der US-Indizes nach dem vorläufigen Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie hat einen heftigen Dämpfer erfahren. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial brach am Donnerstag um 6,9 Prozent auf 25.128 Punkte ein und fand sich damit auf dem Niveau von Ende Mai wieder. Es war der größte prozentuale Tagesverlust auf Schlusskursbasis seit März. Zwischenzeitlich wäre der Dow fast unter die Marke von 25.000 Punkten gesackt.

Die düstere Konjunktureinschätzung der US-Notenbank Fed und die Furcht vor einer zweiten Corona-Welle hatten zuvor bereits die weltweiten Börsen belastet. So war etwa der deutsche Dax bereits um 4,5 Prozent auf 12.000 Punkte abgestürzt.

Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell hatte bereits zur Wochenmitte angesichts der schweren Wirtschaftskrise infolge der Corona-Pandemie klare Worte gefunden. Er sagte, dass ein erheblicher Teil der Jobverluste dauerhaft sein könnte. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums hatten sich in der vergangenen Woche erneut 1,54 Millionen Menschen neu arbeitslos gemeldet.

Gleichzeitig stiegen in einigen südlichen US-Staaten wie Florida und Texas die Neuinfektionen wieder an. Das britische Analysehaus Pantheon rechnet deswegen bereits mit neuen Corona-Beschränkungen in Teilen der USA. Das dürfte die Wirtschaftsprognosen weiter drücken.

Für den breiten US-Index S&P 500 ging es bereits heute um rund 5,9 Prozent auf 3002 Punkte bergab. Der technologielastige Nasdaq 100 knickte nun um etwa fünf Prozent auf 9588 Punkte ein. Alle drei US-Indizes hatten zuvor nach dem tiefen Abstürzen im März wieder Höchstwerte erreicht.

Die US-Regierung lehnt indes einen weiteren Lockdown bei einer möglichen zweiten Coronavirus-Infektionswelle ab. "Wir können die Wirtschaft nicht dichtmachen", sagte Finanzminister Steven Mnuchin dem Sender CNBC. "Ich denke, wir haben gelernt, dass man mehr Schaden verursacht, wenn man die Wirtschaft dichtmacht", sagte der Minister.

US-Präsident Donald Trump sieht die Wirtschaft in seinem Land dagegen auf einem guten Weg. Die Prognose der Fed sei "falsch". Trump sagte ein "sehr gutes drittes Quartal, ein großartiges viertes Quartal, und 2021 eines unserer besten Jahre überhaupt" voraus. Das sei seine Meinung.

fek/dpa