Nach 92 Jahren Tech-Boom drängt Ölriesen ExxonMobil aus dem Dow Jones

Die Aktienwerte von Technologieunternehmen wie Apple und Google haben viele Industriekonzerne längst abgehängt. Nun fliegt mit ExxonMobil das älteste Mitglied aus dem wichtigsten US-Börsenindex.
Der Energiekonzern ExxonMobil gehört ab September nicht mehr zu den 30 Unternehmen im Dow-Jones-Index

Der Energiekonzern ExxonMobil gehört ab September nicht mehr zu den 30 Unternehmen im Dow-Jones-Index

Foto: KAREN BLEIER/ AFP

Nach 92 Jahren steigt der Ölkonzern ExxonMobil zum Ende des Monats aus dem Dow Jones ab, teilte der Indexanbieter S&P Dow Jones Indices mit. Auch der Pharmariese Pfizer und der Rüstungskonzern Raytheon Technologies werden nicht mehr zu den 30 Standardwerten in den USA gehören. Stattdessen ziehen der SAP-Konkurrent Salesforce, der Biotechnologiekonzern Amgen und der Mischkonzern Honeywell in den Index ein.

Auslöser der Änderungen ist ein Aktiensplit bei Apple, bei dem jede Aktie in vier neue Papiere aufgeteilt werden soll. So werden die einzelnen Aktien günstiger und wieder attraktiver für Kleinanleger. Zuletzt lag der Wert von Apple-Aktien über der Marke von 500 Dollar. Durch den Split wird sich der Kurs vierteln. 

Das ändert zwar nichts an der Marktkapitalisierung, die zuletzt über die Schwelle von zwei Billionen Dollar gestiegen ist. Aber das Gewicht von Apple im Index sinkt, weil es anders als in Deutschland auf Basis des Aktienpreises berechnet wird - auf die Marktkapitalisierung kommt es nicht an.

Techbranche stärker vertreten

Der Dow Jones will die US-Wirtschaft möglichst vollständig abbilden. Weil durch den Aktiensplit die Bedeutung der Techbranche im Index zurückgehen wird, wurde Salesforce als Aufsteiger ausgewählt. Die angekündigten Änderungen stellten den Index breiter auf, teilte S&P Dow Jones Indices mit. So würden Überschneidungen zwischen ähnlichen Unternehmen reduziert.

Die Aktien der drei Aufsteiger werden zudem mehr wert sein als die der Absteiger. Der Wert des Neueinsteigers Salesforce hat sich seit der Finanzkrise 2008 vervierzigfacht. Mittlerweile ist der Konzern an der Börse fast 190 Milliarden US-Dollar wert, rund zehn Milliarden mehr als ExxonMobil.

Der Aktienkurs des Ölriesen hatte sich seit Ende 2008 nahezu halbiert. Das Unternehmen war seit 1928 Mitglied im Dow Jones und kann damit auf die längste Geschichte in dem Index zurückblicken. Nach dem Ausscheiden des Konzerns ist nun Chevron das letzte verbleibende Energieunternehmen.

jhm/dpa/Reuters