"Flecki" gegen "Paula" Dr. Oetker gibt im Puddingstreit auf

Es ging um Kühe, Flecken und Sonnenbrillen: Monatelang stritten sich die Rivalen Dr. Oetker und Aldi vor Gericht über ihre Puddingsorten "Paula" und "Flecki". Nun scheint die letzte Schlacht geschlagen: Der Oetker-Konzern erkennt seine Niederlage an.
"Flecki" und "Paula": Von großen und kleinen Flecken

"Flecki" und "Paula": Von großen und kleinen Flecken

Foto: Daniel Naupold/ dpa

Düsseldorf - Die großen Kämpfe der Wirtschaftswelt werden meist auch vor Gericht ausgefochten: Apple gegen Samsung, Adidas gegen Nike - und "Paula" gegen "Flecki". Hinter den putzigen Namen verbergen sich die beiden Lebensmittelgiganten Dr. Oetker und Aldi. Monatelang stritten sie über zwei gefleckte Puddingsorten. Nun ist der Kampf offenbar zu Ende. Nach der dritten Niederlage vor Gericht will "Paula"-Hersteller Dr. Oetker aufgeben.

Das Landgericht Düsseldorf wies am Dienstag im Eilverfahren einen Verbotsantrag des Lebensmittelkonzerns gegen die bayerische Molkerei Gropper zurück. Der Pudding "Flecki", den Gropper für Aldi Süd herstellt, verletze nicht das technische Patent von Dr. Oetker, entschieden die Richter. Das Verfahren der Herstellung unterscheide sich gravierend, "Paula" habe markantere Flecken.

Oetker wird gegen dieses Urteil keine Berufung einlegen. "Oetker nimmt das Urteil jetzt so hin und geht nicht weiter gegen 'Flecki' vor", sagte ein Unternehmenssprecher.

Der Streit über die beiden Kuhflecken-Puddingsorten beschäftigte bereits seit März die Gerichte. Zunächst konnte sich Dr. Oetker in einem sogenannten Geschmacksmusterverfahren nicht mit einem Eilantrag auf ein europaweites Verkaufsverbot für den "Flecki"-Pudding durchsetzen: Der Oetker-Antrag scheiterte in zwei Instanzen.

Im dritten Verfahren ging es nun um das patentierte Herstellungverfahren von "Paula". Dabei unterlag Dr. Oetker erneut. Zur Begründung verwiesen die Richter darauf, dass "Paula" viele kleine, gezielt angeordnete Flecken zeige. Bei "Flecki" dagegen gingen diese Flecken nahezu in einem einzigen dicken Fleck auf.

Grund hierfür seien die Unterschiede in den technischen Abläufen bei der Herstellung: Um die charakteristischen Flecken im "Paula"-Pudding zu erzeugen, würden die Auslaufdüsen beim Befüllen der Becher laut Patent mindestens zwei Mal unterbrochen und dabei um verschiedene Gradzahlen gedreht. Dagegen sei zur Herstellung von "Flecki" allenfalls eine Dosierpause und innerhalb dieser Pause nur eine Drehung vorgesehen.

stk/AFP/dpa