Jahrelanger Streit Dr. Oetker wird zerschlagen

Eine jahrelange Familienfehde endet mit einer Zerschlagung von Dr. Oetker. Der Mischkonzern soll unter den Familienmitgliedern aufgeteilt werden.
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Nach einem jahrzehntelangen Streit spaltet sich Dr. Oetker auf. Das teilte das Unternehmen mit.

Die Gesellschafter Alfred, Carl Ferdinand und Julia Johanna Oetker übernehmen unteren anderem die Töchter Henkell & Co. Sektkellerei, die Martin Braun Backmittel KG, die Chemiefabrik Budenheim, einige Häuser aus der Hotelsparte sowie die Kunstsammlung August Oetker. Der umsatzstärkere Teil mit Lebensmitteln (Pizzen, Backmischungen, Tiefkühltorten und Pudding), die Radeberger Gruppe sowie einige Hotels bleiben in der Hand der Gesellschafterstämme von Richard und Philip Oetker, Rudolf Louis Schweizer, Markus von Luttitz sowie Ludwig Graf Douglas. Auch der gerade übernommene Getränkelieferdienst Flaschenpost bleibt bei den Gesellschaftstämmen um Richard Oetker.

»Mit dieser Entscheidung überwinden die Gesellschaftergruppen ihre unterschiedlichen Vorstellungen zur Führung und Strategie der Oetker-Gruppe. Eine entsprechende Trennungsvereinbarung ist von allen Eigentümern unterzeichnet worden«, heißt es in einer Mitteilung der Oetker-Gruppe. Die Trennungsvereinbarung soll demnach noch in diesem Jahr vollzogen werden.

Die Entscheidung habe keine Auswirkungen für die Mitarbeiter in den einzelnen Unternehmen der Oetker-Gruppe. Für sie arbeiten weltweit rund 37.000 Beschäftigte.

Der Streit um die Ausrichtung beschäftigt die Familie bereits seit vielen Jahren, eine Zerschlagung war bereits im Frühjahr erwartet worden. Als Richard Oetker 2010 das Ruder an der Spitze übernahm, waren sich die Familienstämme nicht einig. Er, bekannt durch seine Entführung im Jahr 1976, verhinderte Alfred Oetker (erstes Kind aus dritter Ehe) an der Spitze.

hej/dpa-AFX
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