Großbestellung von Minister Spahn Hersteller fordert Klarheit über Verteilung von 10.000 Beatmungsgeräten

Die Firma Drägerwerk stellt Beatmungsgeräte her und arbeitet einen Großauftrag von Gesundheitsminister Spahn ab. Doch Firmenchef Stefan Dräger fürchtet nach SPIEGEL-Informationen, die Maschinen könnten falsch verteilt werden.
Foto: Drägerwerk/ DPA

Der Chef des Medizintechnikkonzerns Drägerwerk, Stefan Dräger, mahnt rasche Klarheit bei der Verteilung der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bestellten 10.000 Beatmungsgeräte an.

"Die ersten sind jetzt fertig", sagte Dräger dem SPIEGEL . "Die Verteilung ist aber immer noch unklar, viele Kliniken rufen uns deshalb direkt an." Bei aller Not müsse man nun darauf schauen, dass die Ressourcen bestmöglich verteilt würden. So müssten Zentren, die ARDS-Patienten, also jene mit akutem Lungenversagen, behandeln können, bevorzugt werden, auch um zu verhindern, dass nicht Krankenhäuser "eine Superausrüstung für wenig Geld bekommen, mit der sie gar nicht umgehen können".

DER SPIEGEL 14/2020
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Von der Idee, dass Automobilzulieferer und andere Firmen Komponenten für Beatmungsgeräte herstellen, hält Dräger nichts. Er habe dazu Gespräche etwa mit Daimler geführt. "Die möchten auch helfen", so Dräger. "Aber so einfach ist es leider nicht. Wir können ja auch keine Autos bauen." Stattdessen sehe er Potenzial darin, Beatmungsgeräte aus dem Rettungsdienst oder aus der Anästhesie zu verwenden. "Wir schätzen, dass man allein in Deutschland 5000 Geräte aus dieser Reserve mobilisieren könnte."

Das Unternehmen hat im Zuge der Coronakrise auch seine Produktion von Atemschutzmasken verdoppelt. "Mehr geht nicht", so Dräger. Um den Mangel an Masken künftig zu beheben, müsse Deutschland "ein intelligentes System" entwickeln, um "eine bestimmte Menge Masken zu lagern", sagte Dräger. Masken, die sich dem Verfallsdatum näherten, müssten dann nach und nach aus dem Lagersystem geholt und verkauft werden.

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