Aufwertung der Gemeinschaftswährung Draghi ignoriert Hollandes Euro-Forderung

Die Stärke des Euro beunruhigt Frankreichs Präsident François Hollande - er fordert von der EZB eine aktive Wechselkurspolitik. Doch Mario Draghi, Chef der Zentralbank, geht auf den Vorstoß nicht ein. Er bezeichnet die Aufwertung der Währung als Vertrauensbeweis.
EZB-Chef Draghi: "Grundsätzlich verfolgen wir kein Wechselkursziel"

EZB-Chef Draghi: "Grundsätzlich verfolgen wir kein Wechselkursziel"

Foto: Boris Roessler/ dpa

Frankfurt am Main - Der starke Euro macht der Europäischen Zentralbank (EZB) vorerst keine Sorgen. "Grundsätzlich ist die Aufwertung des Euro ein Vertrauensbeweis. Wir müssen sehen, ob das nachhaltig ist", sagte EZB-Präsident Mario Draghi nach einer Sitzung des EZB-Rats in Frankfurt. Die EZB werde beobachten, ob sich durch die Aufwertung die Risiken für die Preisstabilität oder für die Konjunktur verändern oder nicht. "Grundsätzlich verfolgen wir kein Wechselkursziel."

Damit ließ Draghi einen Vorstoß von Frankreichs Staatspräsident François Hollande ins Leere laufen. Dieser hatte wegen des starken Euro eine aktivere Wechselkurspolitik verlangt. Auch in südeuropäischen Ländern wird die Stärke des Euro mit Besorgnis gesehen.

Eine zu starke Währung belastet vor allem Exporteure, deren Waren im Ausland dadurch teurer werden.

Die EZB hat in der Vergangenheit selbst vor zu großen Schwankungen an den Devisenmärkten gewarnt. Seit Sommer 2012 hat der Euro im Verhältnis zu vielen Währungen deutlich an Wert gewonnen, insbesondere zum japanischen Yen, zum US-Dollar und zum britischen Pfund.

Den Leitindex hält die EZB vorerst auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent. Draghi sagte, er rechne mit einer rückläufigen Inflation sowie einer schrittweisen Konjunkturerholung. Der Dax   sprang nach den Aussagen des EZB-Chefs auf ein Tageshoch. Zeitweise lag der deutsche Leitindex 0,6 Prozent im Plus.

Die Daimler-Aktie   legte um mehr als zweieinhalb Prozent zu und gehörte damit zu den besten Werten im Dax. Der Verkauf der Anteile am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS rettete den Autobauer 2012 vor einem Gewinnrückgang.

cte/Reuters
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