Dreamliner-Start Boeings Traum kann fliegen

Das trübe Wetter konnte dem Jungfernflug des Dreamliners keinen Strich durch die Rechnung machen: Mit fast dreijähriger Verspätung ist der Prestigeflieger des US-Flugzeugbauers in der Nähe von Seattle gestartet - und sicher wieder gelandet. Tausende Mitarbeiter verfolgten das Ereignis vom Rande des Flugfelds aus.


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Premiere: Boeing fliegt den Dreamliner
Washington - Der Himmel über dem Fabrikgelände in Everett nahe Seattle war bedeckt. Noch wenige Stunden vor dem Start hatte Boeing eine Verschiebung des Jungfernflugs des Dreamliners wegen schlechten Wetters nicht ausgeschlossen. Doch dann startete die 787 mit jahrelanger Verspätung zu einem mehrstündigen Flug. Das Flugfeld war von Tausenden Boeing-Mitarbeitern gesäumt.

Begleitet von zwei Militärjets kreiste die Maschine über dem Pazifik. Der Testflug sollte einem Unternehmenssprecher zufolge insgesamt fünfeinhalb Stunden dauern, wurde dann jedoch auf gut drei Stunden verkürzt.

Die Entwicklungsphase der Maschine war von technischen und logistischen Pannen und Rückschlägen begleitet gewesen. Insgesamt fünfmal musste der Erstflug verschoben werden. Die jüngsten Schwierigkeiten betrafen die Verbindung von Rumpf und Tragflächen des High-Tech-Flugzeugs. Das am 8. Juli 2007 erstmals der Öffentlichkeit gezeigte Flugzeug hat aber bereits reichlich Vorschlusslorbeeren erhalten.

Für Airbus-Konkurrent Boeing ist der Erfolg des neuen Flugzeugs extrem wichtig. Die Verzögerungen in der Entwicklung kosteten den Konzern bereits Milliarden. Einige Fluggesellschaften verloren in der Zwischenzeit die Geduld und nutzten angesichts klammer Finanzlagen die Möglichkeit, Bestellungen zu stornieren. Insgesamt liegen Boeing aber immer noch 840 Bestellungen für das Langstreckenflugzeug vor. Air Berlin hat 25 Dreamliner bestellt.

Mit dem Dreamliner will Boeing eine neue Phase beim Bau von Langstreckenflugzeugen einleiten. Die Maschine soll nach Konzernangaben etwa 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als vergleichbare Flugzeuge. Eine technische Neuheit ist die Leichtbauweise: Etwa die Hälfte des Dreamliners besteht aus Leichtmaterialien wie etwa Kohlefasern. Bei herkömmlichen Maschinen wie der Boeing-777 sind es nur zwölf Prozent. Von Fachleuten wird das neue Flugzeug als ein "Quantensprung" im Flugzeugbau gesehen. Nach dem Erstflug steht nun ein ausführliches Testprogramm bevor.

Erst am Freitag hatte mit zweijähriger Verspätung der Militärtransporter A400M des europäischen Konkurrenten Airbus seinen Jungfernflug absolviert. Direktes Konkurrenzmodell der Europäer für die 787 ist die A350, die ab 2013 in Dienst gestellt werden soll.

fro/AP/Reuters/dpa

insgesamt 27 Beiträge
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captain.ahab 15.12.2009
1. Quantensprung
---Zitat--- Von Fachleuten wird das neue Flugzeug als ein "Quantensprung" im Flugzeugbau gesehen. ---Zitatende--- Hmmmm, ein Quantensprung ist doch der physikalisch kleinstmögliche Schritt...
rhs, 15.12.2009
2. genau...
Zitat von captain.ahabHmmmm, ein Quantensprung ist doch der physikalisch kleinstmögliche Schritt...
...soviel zu den "Fachleuten".
LouisWu 15.12.2009
3. Och Jott, jetzt auch noch einen Titel. Ihr seid ja scharf drauf....
Zitat von sysopDas trübe Wetter konnte dem Jungfernflug des Dreamliners keinen Strich durch die Rechnung machen: Mit mehr als drei Jahren Verspätung ist der Prestigeflieger des US-Flugzeugbauers in der Nähe von Seattle gestartet. Tausende Mitarbeiter verfolgten das Ereignis vom Rande des Flugfelds aus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,667304,00.html
Dass das Ding fliegt, war ja wohl zu erwarten, die Boing-Entwickler sind ja nicht blöde. Interessant wird der zukünftige wirtschaftliche Erfolg sein. Schau'n wir mal.....
r baron, 15.12.2009
4. A 380
Wenn sich der Dreamliner durchsetzt wird Airbus A380 bald alt auissehen. Amerikanische Vision besiegt Europaeischen Kluengel. Am A380 Businessclass Eingang sind nicht mal Raubvogelsiluetten angeklebt, so das man sich dort leicht den Kopf blutig schlaegt, wenn die Glastuer zu ist.
JCR 15.12.2009
5. "begleitflugzeug"
"Begleitet wurde die Maschine von zwei Militärjets" Das ist ja mal wieder ein FAIL Der chase-plane da ist zwar ein Oltimer militärischen Ursprungs, eine Lockheed T-33 aus den späten 40er Jahren, ist aber wohl ein Boeing-eigenes Testflugzeug, was man an seinem bunten Anstrich, aber vor allen Dingen an seiner ÜBERGROSS ANGEBRACHTEN ZIVILEN REGISTRIERUNG erkennen kann..... :P
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