Hohe Einbußen Drei Viertel der deutschen Unternehmen leiden unter Lieferengpässen

Der größte Teil der Firmen in Deutschland ist laut einer IW-Umfrage von Engpässen bei Elektronik, Metallen oder Baumaterialien betroffen. Die Hälfte rechnet mit Einbußen von bis zu zehn Prozent.
Produktion von Stahl in Brandenburg: Wichtige Rohstoffe fehlen der Industrie

Produktion von Stahl in Brandenburg: Wichtige Rohstoffe fehlen der Industrie

Foto: Monika Skolimowska / picture alliance/dpa

Lieferengpässe etwa bei Elektronikbauteilen, Metallen oder Baumaterialien sorgen laut einer IW-Umfrage derzeit bei zahlreichen Unternehmen für Produktionsausfälle. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hatte dazu im November mehr als 2800 Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten befragt. Bezogen auf das vierte Quartal 2021 verzeichneten demnach drei Viertel der befragten Unternehmen Produktionsausfälle infolge fehlender Vorprodukte .

Während gut 50 Prozent davon mit Einbußen von bis zu zehn Prozent rechnen, schätzen 17 Prozent aller befragten Firmen ihre Produktionsausfälle auf bis zu 20 Prozent und sechs Prozent auf über 20 Prozent. »Gut ein Prozent der Betriebe produziert derzeit weniger als die Hälfte seines Normaloutputs«, heißt es in der Kurzstudie. Die Befragung zeige, dass gestörte Produktionsprozesse die Unternehmen auch im kommenden Jahr belasten würden, heißt es weiter.

Als Gründe nennen die Autoren unter anderem einen Auftragsrückstau infolge der schnellen Erholung der Weltwirtschaft, Störungen des internationalen Warenhandels etwa durch die Schließung von Häfen und einen deutlichen Nachfrageanstieg auf dem Markt für Halbleiter.

Erst in der zweiten Jahreshälfte 2022 erwarteten die Firmen eine spürbare Entlastung. Rund ein Drittel der Betriebe rechnet aber auch dann noch mit Produktionsausfällen in einer Größenordnung von mehr als fünf Prozent. Gut ein Viertel der Unternehmen geht auch für 2023 von Produktionsausfällen von bis zu fünf Prozent des normalen Outputs aus.

kig/dpa-AFX
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