"Drückerkönig"-Doku NDR und Maschmeyer beenden Streit

Die NDR-Dokumentation "Der Drückerkönig und die Politik" darf wieder gezeigt werden. Der Sender und AWD-Gründer Carsten Maschmeyer haben ihren Rechtsstreit beendet. Nur eine Szene muss der NDR aus einem Beitrag entfernen.

Carsten Maschmeyer mit Lebensgefährtin Veronica Ferres: "Monatelang aufgelauert"
DPA

Carsten Maschmeyer mit Lebensgefährtin Veronica Ferres: "Monatelang aufgelauert"


Hamburg - Carsten Maschmeyer und der NDR sind sich endlich einig: Der Gründer des Finanzdienstleisters AWD und die Landesrundfunkanstalt haben ihren monatelangen juristischen Streit beendet. Beide Seiten hätten sich darauf verständigt, "sämtliche Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der NDR-Berichterstattung über Herrn Maschmeyer nicht mehr weiter zu verfolgen", teilte ein Sendersprecher am Freitag mit.

Maschmeyer war besonders gegen den Film "ARD-exclusiv: Der Drückerkönig und die Politik" vorgegangen.Die Dokumentation des ehemaligen NDR-Chefreporters Christoph Lütgert war am 12. Januar im Ersten ausgestrahlt worden und stellte die Geschäftspraktiken des AWD-Gründers sowie seine Nähe zur Politik kritisch dar. Der Film basierte auf einem Beitrag aus dem Format "Panorama - die Reporter", den das NDR Fernsehen am 8. September 2010 unter dem Titel "Abzocker Maschmeyer" gezeigt hatte. Auch griff der Sender das Thema noch einmal in einem "Panorama"-Beitrag unter dem Titel "Die Unschuld vom Maschsee" am 20. Januar auf.

Ergebnis der außergerichtlichen Vergleichs ist nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd, dass beide Seiten ihren nicht abgeschlossenen Rechtsstreit ruhen lassen. Auch verzichte Maschmeyer auf mögliche strafrechtliche Schritte gegen den Sender. Außerdem dürften die betroffenen Beiträge wieder in ihrer Ursprungsfassung ins Internet gestellt und bei aktuellen Anlässen erneut im Fernsehen ausgestrahlt werden. Der Sender müsse nur eine Szene mit dem Privathaus von Maschmeyer aus dem "Panorama"-Beitrag entfernen.

In der "Süddeutschen Zeitung" hatte Maschmeyer zu Beginn des Jahres gesagt, seiner Familie, seinen Freunden und ihm sei "monatelang aufgelauert und nachgestellt" worden. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass "in dem journalistischen Übereifer" Strafgesetze verletzt worden seien. Der NDR Sender hatte die Vorwürfe damals zurück gewiesen.

kra/dapd



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