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26. Februar 2014, 13:51 Uhr

Rohstoffe aus Konfliktregionen

Großraffinerie missachtet angeblich Goldmarktkontrollen

Geheime Dokumente enthüllen schwere Rechtsvergehen der Dubaier Raffinerie Kaloti: Die Firma soll laut "Guardian" und BBC unkontrolliertes Gold im Wert von Hunderten Millionen Dollar auf den Weltmarkt gebracht haben. Es gilt als extrem wahrscheinlich, dass die Rohstoffe anteilig aus Konfliktregionen stammen.

Hamburg/London - Für den globalen Handel mit Gold gelten strenge Schutzbarrieren. Die Vorschriften sollen verhindern, dass Lieferungen aus Minen in Konfliktregionen auf den Markt kommen. Vertraulichen Papieren zufolge, die ein Whistleblower mehreren britischen Medien zugespielt hat, soll Dubais größte Goldraffinerie Kaloti in großem Ausmaß gegen diese Vorschriften verstoßen haben.

Der Firma wird vorgeworfen, unkontrollierte Goldlieferungen im Wert von Hunderten Millionen Dollar erworben zu haben. Das berichten die Zeitung "The Guardian" und der Sender BBC. Zu dieser Einsicht gelangen demnach Experten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY), die Kaloti im vergangenen Jahr einer Kontrolle unterzogen haben.

Zwar gebe es keine Beweise, dass die Raffinerie mit sogenanntem Konfliktgold gehandelt habe. Dem Unternehmen wurden aber massive Rechtsverletzungen nachgewiesen. So soll Kaloti Gold von mehr als 1000 Händlern erworben haben, ohne dass sie Nachweise über dessen Herkunft vorgelegt hätten.

Weitere Ergebnisse der Wirtschaftsprüfung bei Kaloti laut BBC:

Die Schlussfolgerung dieser Untersuchungen ist brisant: "Das Risiko, dass Konfliktmineralien nach Dubai kommen, ist extrem hoch", sagte ein damaliger Mitarbeiter von Ernst & Young. Die Untersuchungsergebnisse stießen auf harsche Gegenwehr. Das Dubai Multi-Commodities Centre (DMCC), das den Goldhandel in dem Emirat reguliert, wollte nach Informationen des EY-Experten verhindern, dass die Ergebnisse des Audits an die Öffentlichkeit gelangen.

Der Skandal ist ein herber Rückschlag für internationale Bemühungen zur Regulierung des Goldhandels, wie sie von US-Präsident Barack Obama, der Uno sowie der Europäischen Union vorangetrieben werden. Die Vorschriften zielen darauf ab, verbotene Geschäfte mit Konfliktgold auszumerzen. Die Regulierungen sehen auch unabhängige Wirtschaftsprüfungen bei den weltgrößten Goldraffinerien sowie die Veröffentlichung der Ergebnisse vor.

Hintergrund des globalen Regelwerks sind zunehmende Hinweise darauf, dass Goldminen in der Demokratischen Republik Kongo von bewaffneten Gruppen kontrolliert werden, die in Kriegsverbrechen verwickelt sind und Menschenrechtsverletzungen mitfinanzieren. Wegen der wachsenden Kritik am Handel mit Produkten von Minenbetreibern aus Konfliktregionen hatte zuletzt der US-Konzern Apple angekündigt, weitgehend auf solche Rohstoffe zu verzichten.

bos

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