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Landwirtschaft Düngerkonzerne als Krisengewinnler

aus DER SPIEGEL 19/2022
Foto: Hans Blossey / euroluftbild.de / dpa

Die Rekordgewinne von Düngemittelherstellern wie Yara oder K+S inmitten der Ukraine- und Energiekrise stoßen auf heftige Kritik. »Dass diese Konzerne ex­orbitante Margen einfahren und sich an der Krise bereichern, ist skandalös und sollte von der Politik reguliert werden«, sagt Lena Bassermann vom entwicklungspolitischen Inkota-Netzwerk.

Aus: DER SPIEGEL 19/2022

Ein gefährlich kaputtes Land

Wladimir Putins Armee blamiert sich in der Ukraine, Russland steht in der Welt fast ohne Freunde da, die Wirtschaft ist anfällig, und die gebildete Jugend flieht in Scharen. Ist nicht nur Russlands Militär wie ein Potemkinsches Dorf, sondern auch sein Machtsystem? Und macht das die Atommacht bedrohlicher?

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Es entstehe der Eindruck, »dass ein Großteil der jüngsten EU-Hilfsgelder für die Bauern mittels drastisch gestiegener Düngerpreise in die Taschen der Aktionäre fließt«. Der Kasseler K+S-Konzern hat bereits seine Gewinnprognose für 2022 angehoben. Das Nettoergebnis des norwegischen Yara-Konzerns hat sich im ersten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahr von 14 Millionen US-Dollar auf 947 Millionen Dollar nahezu versiebzigfacht. Die Unternehmen räumen ein, dass sie ihre ge­stiegenen Kosten durch Preis­erhöhungen überkompensieren konnten. Den Vorwurf des Krisenprofiteurs, so K+S, weise man zurück. Gewinne auf dem Rücken der Bauern mache der Konzern nicht.

Bei Yara heißt es, man sei sehr besorgt um die globale Nahrungsmittelsicherheit. Der hohe Preis für Düngemittel, so die Konzerne, ergebe sich aus der weltweiten Angebots- und Nachfragelage. Jahrelang bezog der Yara-Konzern Kalisalze aus Belarus, auch nach Beginn der EU-Sanktionen gegen das Regime von Präsident Alexander Lukaschenko. Salze mit einem Kaliumgehalt von 40 bis 62 Prozent – genau jene Produkte, die Yara vorrangig benötigte – waren für längere Zeit von den Sanktionen aus­genommen. Seit Beginn der russischen Invasion habe man die Bezüge aus Belarus jedoch gestoppt, so Yara.

nkl
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