Milchbauern in Dürrekrise Australischer Minister attackiert Aldi

Dürre bringt Milchbauern in Australien in Existenznöte. Nun greift der dortige Agrarminister Aldi an: Der Discounter interessiere sich nicht für die Probleme der Landwirte. Die Verbraucher sollten reagieren.

Kühe werden in Australien auf ausgetrockneten Flächen mit Heu versorgt (Bild vom August 2018)
DEAN LEWINS/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Kühe werden in Australien auf ausgetrockneten Flächen mit Heu versorgt (Bild vom August 2018)


Wenn in Deutschland die Milchpreise abrutschen, wird dafür auch der Preisdruck der Discounter verantwortlich gemacht. Aldi muss sich nun auch in Australien mit diesem Vorwurf auseinandersetzen. Landwirtschaftsminister David Littleproud warf dem Unternehmen vor, nichts zu tun, um die einheimischen Milchbauern in der Dürrekrise zu unterstützen. So habe sich Aldi nicht bei einem vorgeschlagenen Hilfsprogramm beteiligt, sagte der Minister dem Sender ABC.

Das Hilfsprogramm sehe vor, dass Discounter pro Liter Milch einen Preisaufschlag von zehn australischen Cent (rund sechs Euro-Cent) für die Bauern erheben. "Die Wahrheit ist, dass sie nicht an der Milchindustrie hier in Australien interessiert sind. Sie haben nichts getan, rein gar nichts, und es ist an der Zeit, dass die australischen Verbraucher sich Aldi und das, was sie getan haben, ansehen", sagte Littleproud.

Der Minister kritisierte aber auch die Supermarktketten Coles und Woolworths, die ebenfalls keinen Aufschlag auf ihre Milch erheben wollten.

Aldi wies die Vorwürfe zurück und schrieb in einer Mitteilung, man habe die Bauern während der Dürre sehr wohl unterstützt. Der Discounter habe Preiserhöhungen auf gekaufte Milch akzeptiert, diese zusätzlichen Kosten aber nicht an die Verbraucher weitergegeben.

Es wäre unverantwortlich von Aldi, die Verbraucher beim Kauf von Milch zu belasten, schrieb der Discounter. Man wolle die von der Regierung angestrebte Reform unterstützen und sei gegen befristete Abgaben, die künstlich Marktdynamiken verändern könnten und begrenzte Wirkung für jene hätten, die sie am meisten benötigten.

Discounter verkaufen ihre Milch für einen Australischen Dollar pro Liter (rund 60 Euro-Cent). Das deckt häufig nicht einmal die Produktionskosten für die Bauern. Viele von ihnen kämpfen in Australien wegen der derzeitigen Dürre ums Überleben.

mmq/dpa



insgesamt 17 Beiträge
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fatherted98 15.10.2018
1. Aldi ist nicht Schuld....
....an der Dürre. Die mangelnde Voraussicht der Milchbauern, die keine Wasser und Versorgungswirtschaft betreiben ist es. Dabei wird die Verantwortung gern auf Dritte geschoben....wie bei uns in der EU.....alle anderen sind Schuld....nur nicht die Bauern selbst die sich auf solche Dürren vorbereiten müssten.....es aber aus Kostengründen nicht tun.....und dann das Jammern, das man kein Geld habe.....heult doch und steigt dann in eure dicken SUVs und fahrt über eure Ländereien.
jujo 15.10.2018
2. ....
Ja was denn nun? Wenn ich es richtig gelesen habe hat ALDI Preisaufschläge für die Milchbauern akzeptiert und diese aber nicht an die Verbraucher weitergegeben, zahlt also drauf. Wenn das so ist, verstehe ich das Problem des Ministers nicht.
effing 15.10.2018
3. Etwas sprachliche Qualität, bitte
Die Milchbauern kämpfen nicht ums Überleben sondern ums wirtschaftliche Überleben. Bitte nicht über-dramatisieren und sprachliche Mindeststandards einhalten, lieber SPON.
rabbijakob 15.10.2018
4. Tja Aldi...
... ist und bleibt der Auslånder in Downunder. Eine gute Gelegenheit eigene Unternehmen zu unterstützen. Blut ist dicker als Wasser.
mcmercy 15.10.2018
5.
Wie überall haben anscheinend auch in Australien Politiker und Landwirte nicht verstanden wie der Markt funktioniert. 1. Gibt es zuviel Milch, sinkt der Preis. 2. Es ist wirtschftlich nicht sinnvoll sein Geschäft auf einem einzigen Produkt nämlich Milch aufzubauen, Milchbauer ist kein tragfähiges Geschäftsmodell, man muss halt auch noch was anders anbauen. 3. Der Handel bestimmt nicht den Einkaufspreis der Milch, wenn die Bauern nicht für 40 ct. verkaufen wollen müssen Sie das nicht. Einfach mal die Milch ein paar Wochen lang wegschütten, das wirkt Wunder. 5. Die Regierung hat Einfluss auf die Menge der produzierten Milch, schreibt einfach größere Flächen für die Kühe vor. Weniger Kühe = weniger Milch = höherer Preis. Aber einfacher ist es ja auf den Verbraucher und den Handel zu schimpfen, dabei sind das anscheinend die einzigen, die verstanden haben wie der Markt funktioniert.
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