Bis zu 10.800 Euro Rabatt Wissing plant offenbar Abwrackprämie – und deutlich höhere Kaufprämie für E-Autos

Um den CO₂-Ausstoß in den Griff zu kriegen, will Verkehrsminister Wissing laut einem Bericht viel Geld einsetzen. Der Erwerb von E-Autos solle enorm bezuschusst werden – auf teils mehr als 25 Prozent des Kaufpreises.
E-Auto in einem Montagewerk in Aachen

E-Auto in einem Montagewerk in Aachen

Foto: Rupert Oberhäuser / IMAGO

Eine allgemeine Abwrackprämie hatten VW, BMW, Daimler und Co. auch im großen Corona-Konjunkturpaket 2020 nicht durchsetzen können. Zwei Jahre später, unter Deutschlands neuem Bundesverkehrsminister Volker Wissing, könnte das Instrument einem Medienbericht zufolge nun kommen – zumindest für den Erwerb von Fahrzeugen mit Elektroantrieb.

Und auch so sollen die Deutschen mit noch deutlich umfassenderen Zuschüssen zum Kauf von Elektroautos bewegt werden als ohnehin schon, wie das »Handelsblatt « unter Berufung auf ein Regierungsgutachten berichtet, in dem mehrere Forschungsinstitute den Entwurf für ein Klimaschutzsofortprogramm bewertet haben.

Demnach plant der FDP-Politiker, die vorgesehene Kaufprämie für rein batterieelektrische Fahrzeuge oder Brennstoffzellenautos bis 2027 zu verlängern und deutlich zu erhöhen. Wer ein Auto mit einem Kaufpreis von maximal 40.000 Euro kauft, soll künftig statt 6000 Euro fast doppelt so viel erhalten: 10.800 Euro und damit mehr als 25 Prozent des Kaufpreises.

Kosten von bis zu 73 Milliarden Euro

Hinzu kommt noch der Zuschuss der Hersteller von 3000 Euro, den diese ebenfalls weiter bis 2027 gewähren sollen. Bei teureren Fahrzeugen bis 60.000 Euro plant der Minister mit einer Prämie von 8400 statt der heute zugesagten 5000 Euro.

Laut Koalitionsvertrag sollen eigentlich alle Kaufzuschüsse 2025 auslaufen, die Wirkung der Zuschüsse ist umstritten . Im Koalitionsvertrag ist bislang vereinbart, dass die Subvention bis Mitte des Jahrzehnts kontinuierlich sinken soll. Entsprechend sind im Etat nur noch 5,9 Milliarden Euro eingeplant.

Wissings neue Klimapläne dagegen sehen laut dem Bericht deutlich höhere Zuschüsse vor. Käufer sollen etwa ab dem zweiten Halbjahr 2023 noch die volle Förderung erhalten, wenn sie ein mindestens elf Jahre altes Verbrennerauto verschrotten. Der Wert der Abwrackprämie könnte entsprechend bei etwa 1500 Euro liegen. Beide Prämien sollen ab 2025 sinken und kosten laut Gutachter »bis zu 73 Milliarden Euro«.

Den Kauf von Plug-in-Hybriden will Wissing im Gegensatz zu Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) weiter bis 2024 fördern und nicht bereits in diesem Jahr beenden. Den Zuschuss will er halbieren, auf 2250 beziehungsweise 1875 Euro je nach Kaufpreis.

apr