E-Commerce Jeder zweite Händler wurde mindestens einmal abgemahnt

Immer mehr Onlinehändler mahnen die Konkurrenz ab - oft, um bewusst zu schaden oder Kasse zu machen. Ein Gesetz soll bald Abhilfe schaffen.
Der Onlinehandel hat mit Abmahnungswellen zu kämpfen

Der Onlinehandel hat mit Abmahnungswellen zu kämpfen

Foto: Jens Büttner/ picture alliance / Jens Büttner/dpa

Onlinehändler müssen sich immer öfter mit Abmahnungen durch Konkurrenten, sogenannte Abmahnanwälte oder Branchenverbände auseinandersetzen. Das zeigt eine Umfrage des Zertifizierungsunternehmens Trusted Shops, die allerdings nicht repräsentativ ist. Von 2865 befragten Händlern sind 47 Prozent abgemahnt worden.

Händler, die abgemahnt werden, trifft es oft mehrfach, im Durchschnitt 2,4 Mal. Dabei ist im vergangenen Jahr der entstehende Schaden im Vergleich mit 2017 gestiegen: um 40 Prozent auf durchschnittlich 1936 Euro. 51 Prozent der Befragten sehen ihre Existenz durch die Praxis bedroht.

Schon kleinste Fehler könnten eine Abmahnung nach sich ziehen, so Carsten Föhlisch, Rechtsanwalt bei Trusted Shops: "Wenn jemand etwa Kaffeekapseln anbietet, ohne den Grundpreis zum Beispiel pro 100 Gramm anzugeben, wie es vorgeschrieben ist."

Gesetz hängt im Rechtsausschuss

Wer abgemahnt wird, muss die Anwaltskosten der Gegenseite übernehmen und wird in der Regel aufgefordert, eine strafbewährte Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Ein weiterer Verstoß kann dann teuer werden.

Weil Abmahnungen ein beliebtes Instrument geworden sind, um Konkurrenten zu schaden oder Kasse zu machen, ist ein Gesetz gegen die missbräuchliche Praxis geplant. Es hängt allerdings noch im Rechtsausschuss des Bundestages.

ase/flg