Kriselnder Energiekonzern E.on soll milliardenschwere Verluste eingefahren haben

Die schwere Krise bei E.on dauert an: Der Energieriese hat laut Berichten bis Ende September fünf Milliarden Euro Verlust gemacht. Schuld daran ist demnach vor allem die Konzernstrategie in der Energiewende.
E.on-Steinkohlekraftwerk in Gelsenkirchen (Archivbild): Düstere Aussichten

E.on-Steinkohlekraftwerk in Gelsenkirchen (Archivbild): Düstere Aussichten

Foto: Martin Meissner/ AP/dpa

Der Energiekonzern E.on hat in den ersten neun Monaten des Jahres offenbar einen Nettoverlust von rund fünf Milliarden Euro verbucht. Das melden die Nachrichtenagentur Reuters und das "Handelsblatt" unter Berufung auf Insider. Ein Unternehmenssprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Konzern will am Mittwoch seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal veröffentlichen. Laut dem "Handelsblatt"  ist der Fehlbetrag auf Wertberichtigungen in Höhe von mehr als acht Milliarden Euro zurückzuführen - E.on habe vor allem den Wert seiner Kohle- und Gaskraftwerke weiter abgeschrieben.

E.on steckt wegen der Auswirkungen der Energiewende in einer Krise und reagiert darauf mit einem tief greifenden Umbau, im Zuge dessen die Großkraftwerke ausgegliedert werden. Erlöse aus dem Verkauf von Randgeschäften wie den Gasfeldern in der Nordsee kann der Konzern gut gebrauchen, um Schulden zu tilgen.

Im Oktober waren zuletzt E.on-Aktien um zwölf Prozent gefallen, nachdem der SPIEGEL berichtet hatte, dass die Rückstellungen der Energiekonzerne für den Atomausstieg möglicherweise nicht ausreichen. In einem Negativszenario fehlen den vier großen Energieversorgern für die Bewältigung der atomaren Altlasten bis zu 30 Milliarden Euro, wie aus einem vorläufigen Gutachten hervorgeht, das das Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben hat.

mxw/Reuters