Strategiewechsel E.on will Geschäft mit Atom, Gas und Kohle loswerden

Der Energieversorger E.on nimmt einen radikalen Strategiewechsel vor. Er will das Geschäft mit konventioneller Energieerzeugung loswerden. Sein Augenmerk richtet der Konzern stattdessen auf erneuerbare Energien und Serviceangebote.
E.on-Vorstandsvorsitzende Teyssen (Archiv): Ende von Atom und Kohle

E.on-Vorstandsvorsitzende Teyssen (Archiv): Ende von Atom und Kohle

Foto: Marius Becker/ dpa

Düsseldorf - Kehrtwende im Energiegeschäft: Der Konzern E.on will sich von seinem Geschäft mit der konventionellen Energieerzeugung trennen. Künftig werde sich das Düsseldorfer Unternehmen auf erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen konzentrieren, teilte das Unternehmen an einer am Sonntagabend verbreiteten Erklärung mit .

Der Aufsichtsrat habe einer entsprechenden neuen Strategie zugestimmt, das Geschäft mit konventioneller Erzeugung, globalem Energiehandel sowie Exploration und Produktion abzugeben. Dazu sollen die Bereiche mehrheitlich abgespalten und über einen Börsengang an die Aktionäre übertragen werden. Die neue Strategie solle "kein Programm zum Abbau von Arbeitsplätzen" sein, sagte der Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen.

Im kommenden Jahr sollten die "Grundlagen für die Börsennotierung des Unternehmens" geschaffen werden, hieß es; die Neuausrichtung solle bis 2016 umgesetzt werden.

E.on hat mit einer hohen Schuldenlast zu kämpfen. Dem Unternehmen machen insbesondere sinkende Gewinne wegen der schwächelnden Kohle- und Gaskraftwerke zu schaffen. Zudem belasten die Kosten des Atomausstiegs Deutschlands größten Energieversorger.

Wegen der dreimonatigen Zwangsabschaltung der Meiler Unterweser und Isar 1 im Frühjahr 2011 verklagt E.on den Bund und mehrere Länder auf Schadensersatz in Höhe von rund 380 Millionen Euro. Die Bundesregierung hatte damals die sieben ältesten Meiler der Republik abschalten lassen - allerdings bevor der Atomausstieg beschlossen wurde.