Energiekonzern in der Krise E.on verbucht Rekordverlust von sieben Milliarden Euro

Deutschlands größter Energiekonzern E.on steckt tief in der Krise: Im dritten Quartal machte das Unternehmen einen Verlust von knapp sieben Milliarden Euro. Grund sind hohe Abschreibungen auf Kraftwerke.
Kohlekraftwerk in Scholven: Hohe Abschreibungen

Kohlekraftwerk in Scholven: Hohe Abschreibungen

Foto: INA FASSBENDER/ REUTERS

Die fallenden Börsenpreise für Strom machen E.on zu schaffen. Der Konzern verbuchte im dritten Quartal einen Verlust von knapp sieben Milliarden Euro. Dadurch entstand für die ersten neun Monate des Jahres ein Rekordverlust von knapp 5,7 Milliarden Euro. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Der größte Energiekonzern Deutschlands musste vor allem den Wert seiner Kohle- und Gaskraftwerke weiter abschreiben. Insgesamt seien Wertberichtigungen von 8,3 Milliarden Euro vorgenommen worden, teilte das Unternehmen mit.

Die Gas- und Kohlekraftwerke des Konzerns verdienen wegen des abgestürzten Börsenstrompreises kaum noch Geld. Durch den Boom des Ökostroms werden branchenweit die konventionellen Kraftwerke vom Markt verdrängt. Die Preise an der Leipziger Strombörse EEX haben sich in den vergangenen vier Jahren halbiert. Wegen der dauerhaft geringeren Erlösaussichten mussten die konventionellen Kraftwerke in der Bilanz neu bewertet werden.

Schon für 2014 hatte E.on einen Rekordverlust von 3,2 Milliarden Euro ausgewiesen. Grund waren damals vor allem Abschreibungen auf Kraftwerke im Ausland.

E.on bereitet sich derzeit auf seine Aufspaltung vor. Dabei gliedert der Konzern sein gesamtes Geschäft mit großen Kraftwerken in die neue Gesellschaft Uniper aus. Das Hauptunternehmen will sich künftig auf erneuerbare Energien und den Vertrieb konzentrieren.

Das Atomgeschäft verbleibt auf politischen Druck hin weiter bei E.on, soll aber in der Tochter PreussenElektra weitgehend unabhängig geführt werden. Die Konzernaufspaltung soll zum Jahreswechsel greifen. Deshalb zog E.on die üblicherweise zum Jahresende stattfindende Überprüfung der Firmenwerte vor.

stk/dpa/AFP