Milliardengeschäft E.on will Italien-Tochter verkaufen

Der größte deutsche Energiekonzern E.on will sich offenbar weitgehend vom italienischen Markt zurückziehen. Die Tochterfirma E.on Italia soll dem "Handelsblatt" zufolge verkauft werden. Der mögliche Preis wird in Branchenkreisen auf mehr als zwei Milliarden Euro geschätzt.
E.on-Anlage in Schwandorf: Raus aus Italien

E.on-Anlage in Schwandorf: Raus aus Italien

Foto: Armin Weigel/ dpa

Düsseldorf - Der Stromversorger E.on will sich mit seinem Konzernumbau einem Bericht zufolge weitgehend aus dem italienischen Markt zurückziehen. Die Tochter E.on Italia solle verkauft werden, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise. Die Pläne seien noch in einem frühen Stadium, die Entscheidung sei aber gefallen, hieß es. Die Suche nach einem Käufer solle bald beginnen. In Branchenkreisen werde der potentielle Kaufpreis auf mehr als zwei Milliarden Euro geschätzt, schreibt die Zeitung.

Ein E.on-Sprecher habe die Informationen zum Italien-Geschäft zwar nicht bestätigt, er sagte der Zeitung aber, der Konzern prüfe "ständig strategische Optionen für sein Portfolio - und das schließt Italien ein". E.on-Chef Johannes Teyssen muss den Strom- und Gasversorger derzeit wegen vieler neuer politischer Vorgaben und hausgemachter Probleme umbauen. E.on machen wie auch den Konkurrenten RWE und EnBW die gefallenen Strom-Großhandelspreise zu schaffen. Diese sind wegen Überkapazitäten, der zunehmenden Konkurrenz durch Ökostrom aus Wind und Sonne sowie der Krise im rezessionsgeplagten Südeuropa unter Druck geraten.

Um gegenzusteuern, will E.on unter anderem Kosten senken und Unternehmensteile verkaufen. Beim Umbau des Konzerns setzt E.on-Chef Teyssen dabei auf den Ausbau des Geschäfts in Brasilien und der Türkei. Dazu braucht er Geld und stellte daher viele Beteiligungen auf den Prüfstand.

E.on Italia gehöre mit einer Kapazität von 6,1 Gigawatt zu den fünf größten Stromerzeugern des Landes. Teyssens Vorgänger Wulf Bernotat war 2007 noch groß in Italien eingestiegen und hatte ehrgeizige Wachstumspläne. Inzwischen leidet E.on dort aber unter einer schwachen Nachfrage und hohen Steuern.

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