Stadtflitzer Volkswagen bereitet offenbar Einstieg in E-Scooter-Verleih vor

Bald dürften E-Scooter auf deutschen Straßen erlaubt sein - und der größte Autohersteller der Republik will offenbar von Anfang an mitmischen: Volkswagen arbeitet laut "Handelsblatt" schon am Testbetrieb für den Verleih.

Eine Frau fährt auf einem E-Tretroller auf einem Fahrradweg in Belgien.
Eric Lalmand/ BELGA/ DPA

Eine Frau fährt auf einem E-Tretroller auf einem Fahrradweg in Belgien.


Der Konkurrent Daimler ist bereits im Verleihgeschäft für Elektrostehroller aktiv - und auch Volkswagen prüft offenbar einen Einstieg ins E-Scooter-Sharing. Der Automobilkonzern lasse von einem Dienstleister bereits E-Scooter mit den Logos seiner Sharingplattform We Share für einen kommenden Testbetrieb bekleben, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Insider.

Demnach kümmert sich der betreffende Dienstleister aus Dortmund außer dem Branding auch um die Beschaffung der Roller. Der Volkswagen-Konzern bestätigte der Zeitung, dass konkrete Projekte bezüglich Mikromobilität in Arbeit seien. "Derzeit gibt es allerdings noch keine Entscheidung", zitiert die Zeitung Volkswagen. Details zu einem Testbetrieb wolle man demnach nicht verraten.

Bislang sind E-Scooter in Deutschland nicht zugelassen, aber das dürfte sich bald ändern. Am 17. Mai stimmt der Bundesrat voraussichtlich über die "Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge" final ab, E-Scooter würden damit auf deutschen Straßen erlaubt.

Für ein mögliches Sharingangebot setzt Volkswagen laut dem Bericht auf chinesisch-amerikanische Technik. Die E-Scooter für We Share werden vom US-amerikanischen Hersteller Segway produziert. Seit 2015 befindet sich Segway im Besitz der chinesischen Firma Ninebot.

Gespräche mit Start-up Niu über weitere Projekte

Volkswagen will ab Sommer in Berlin seinen Dienst We Share mit 2000 Elektro-Kleinwagen starten. Ein VW-Sprecher sagte gegenüber dem SPIEGEL, es gebe Überlegungen, Mikromobilität - dazu zählen E-Scooter - in dieses Angebot zu integrieren. "Für die Einzelprojekte gibt es jedoch keine finalen Entscheidungen", sagte der Sprecher. Das hänge auch von der gesetzlichen Grundlage ab.

VW hatte im vergangenen Jahr den elektronischen Tretroller "Cityskater" sowie den größeren "Streetmate", ein normaler E-Roller, vorgestellt. Während der dreirädrige "Cityskater" eine Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde und eine Reichweite von rund 15 Kilometern haben soll, verspricht VW beim "Streetmate" 45 Kilometer pro Stunde und 35 Kilometer Reichweite.

Es habe auch Gespräche mit dem chinesischen Start-up Niu über mögliche künftige Mobilitätsprojekte gegeben, sagte der Sprecher dem SPIEGEL. Medienberichte, wonach VW bereits für den "Streetmate" mit dem Unternehmen kooperieren wolle, dementierte er.

Ein anderer deutscher Autokonzern sammelt bereits Erfahrungen mit E-Scooter-Sharing, allerdings im Ausland. Die Daimler-App MyTaxi testet in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon unter dem Namen "Hive" den Verleih der Roller.

fdi/kko/AFP



insgesamt 41 Beiträge
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Andreas-Schindler 06.05.2019
1. Gewichte?
Was mich mal Interessiert ist das Gewicht dieser E-Scooter, ob Zusammenklappbar und am Wichtigsten, wie Schwer darf der Fahrer sein? Ich bin selber kein Leichtgewicht und bei den meisten der neuen Elektro-Spielgeräte auf 2 Rädern darf man höchstens 100kg Wiegen. Da bin ich leicht drüber. Auch stellt sich die Frage nach ein Korb vorne am Lenker für Einkäufe. Leihen würde ich sowas wohl nicht, aber kaufen. Da ich in einer Großstadt lebe.
ihawk 06.05.2019
2. E-Scooter Geschäft
Wer sich in den USA das E-Scooter Verleihgeschäft ansieht, weiß über das kommende Geschäft in Deutschland bescheid - vorzüglich. In den USA ist ein neuer Markt entstanden: Scooter laden und reparieren ist ein eigener profitabler Markt geworden.
Cumulus Granitus 06.05.2019
3. VW - der Niedergang einer Marke
Schade dass auch so ein großer Autobauer auf den Hype hereinfällt ... In diesen Projekten kann man eine Menge Geld versenken, aber strategisch planen ist etwas anderes.
m_s@me.com 06.05.2019
4. Rohrkrepierer E-Scooter: Gefährlich, Verkehrswege überlastet
Segways habe ich noch verstanden, aber für einen Massenmarkt sind die zu teuer und in der Praxis zu schwer für einen richtig flexiblen Einsatz. Diese kleinen, wackeligen Kickboards mit Batterie jedenfalls sind im Straßenverkehr ungefähr das, was Snowboarder für Skifahrer sind: Ein Ärgernis. Geschwindigkeit, Art der Bewegung, Bremswege, Beherrschung, all das geht gegen den Strich der ohnehin schon schwierigen Situation zwischen Gehweg, Radweg und Straße.
ganzeinfach 06.05.2019
5. Alter Hut...
E-Trotti's oder E-Roller gibts schon seit min. 15 Jahren auf internationalen Messen für lauffaule Besucher. Warum haben die D-Autofirmen nur so viel teures Geld in Schimmel - hmm Schummeleien gesteckt und die sog. neue Verkehrs-Welle total verschlafen? Nun mit einer App und beklebten E-Rollern von einem Chinesen (ex-Amerikaner)-Konzern aufzustellen ist doch die Kapitulation per se. "Verkehrswende" klingt anders. Vor allem in Städten und auf ABs: Mal über die Grenze gucken: dort gibts funktionierenden, pünktlichen und sauberen ÖPNV. Schon lange. ganzeinfach
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