Nach Todesfällen in USA Händler von E-Zigaretten beklagen drastische Umsatzeinbußen

Bisher boomte der Markt für E-Zigaretten in Deutschland. Aber zuletzt brachen die Umsätze deutlich ein. Eine Branchenumfrage zeigt, wie sehr sich das Geschäft nach rätselhaften Todes- und Krankheitsfällen in den USA verändert hat.

Mann mit E-Zigarette: Viele Konsumenten verunsichert wegen Todesfällen in USA
Lisa Ducret/dpa

Mann mit E-Zigarette: Viele Konsumenten verunsichert wegen Todesfällen in USA


Nach Todesfällen in den USA im Zusammenhang mit E-Zigaretten klagt die Branche in Deutschland über erhebliche Umsatzeinbußen. Eine Umfrage unter gut 600 E-Zigaretten-Händlern habe ergeben, dass mehr als die Hälfte Umsatzrückgänge von 30 bis 40 Prozent verzeichne, heißt es vom Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG). Fast ein Fünftel hat demnach sogar Einbußen von mehr als 50 Prozent.

"Kunden sind verunsichert", sagt BfTG-Chef Dustin Dahlmann, der auch Chef des Großhändlers Innocigs ist. Die große Mehrheit der befragten Händler habe angegeben, dass sich die Berichte aus den USA negativ auf ihr Geschäft ausgewirkt hätten. Nach jüngsten Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC sind in den Vereinigten Staaten bisher 34 Menschen im Zusammenhang mit dem Konsum elektronischer Zigaretten gestorben.Zudem gebe es rund 1600 bestätigte Erkrankungen.

Zuvor hatte sich der Markt für E-Zigaretten in Deutschland rasant entwickelt - mit jährlichen Wachstumsraten zwischen 25 und 40 Prozent. Rund 3000 Händler gibt es den Angaben zufolge hierzulande inzwischen, und die Branche hoffte bisher weiter auf lukrative Geschäfte.

Für 2019 sei - basierend auf einer Branchenumfrage - ein Umsatz von 570 Millionen Euro angepeilt worden, ein Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sagte Dahlmann. Aber so üppig wird das Geschäft nun wohl nicht mehr ausfallen: "Unsere Prognosen müssen wir nach dem aktuellen Geschäftseinbruch natürlich überdenken."

Lesen Sie hier mehr über Risiken des "Dampfens"

Weil die Berichte aus den USA viele "Dampfer" in Deutschland verunsichert haben, müht sich die Branche hierzulande um Schadensbegrenzung. In Europa gebe es keinen einzigen Verdachtsfall, sagte Dahlmann. In der EU würden für Dampfprodukte spätestens seit Einführung der Tabakproduktrichtlinie klare Regeln für Inhaltsstoffe gelten.

"Produkte verwenden, die europäischen Regeln entsprechen"

E-Zigaretten enthalten keinen Tabak. In der Regel wird eine nikotinhaltige Flüssigkeit (Liquid) erhitzt, mit dem Verdampfen kann sie eingeatmet werden. Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind E-Zigaretten nach heutigem Wissen weniger gesundheitsgefährdend als konventionelle Tabakerzeugnisse, als unbedenklich sind sie aber nicht einzuschätzen. (Lesen Sie hier mehr zu den Risiken und Unterschieden zwischen den USA und Deutschland.)

Mit Blick auf die Vorfälle in den USA teilte BfR-Präsident Andreas Hensel mit: "Konsumenten von E-Zigaretten in Deutschland drohen nach aktuellem Kenntnisstand keine erhöhten Risiken, sofern sie Produkte verwenden, die europäischen und deutschen Regelungen entsprechen." Die Fachleute warnen jedoch vor nicht registrierten Produkten zum Selbstmischen, die oft kein Nikotin enthalten und häufig online vertrieben werden. "Dampfer" sollten zudem auf Symptome wie Atembeschwerden oder Schmerzen im Brustbereich achten, rät Hensel.

E-Zigaretten gelten im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten noch als Nischenprodukt: Etwa 2,5 Millionen "Dampfer" gebe es in Deutschland, schätzt Dahlmann. Die Zahl der Konsumenten klassischer Tabakprodukte wird auf 16 bis 18 Millionen geschätzt. Der Umsatz lag hier im Jahr 2017 bei etwa 26 Milliarden Euro.

fok/dpa



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Seite 1
rumpyho 27.10.2019
1. .... fehlende Daten ...
Warum gibt es in Deutschland kein Fallzahlen zu Nebenwirkungen ? Wahrscheinlich weil sie nirgendwohin gemeldet werden. Ich hatte (und habe) größere Lungenbeschwerden - höchstwahrscheinlich wegen dem Dampfen. Einige Freunde auch. Mein Arzt sagte: Das kann am Dampfen liegen - hören sie besser damit auf. Aber diese Fälle werden nirgendwohin berichtet. Es wird Zeit für Studien in Deutschland ... mit hier erhältlichen Basen und Liquids. Ich kann für mich sagen, die Kombination Avira 70/30 mit Heisenberg hat bei mir zu schweren Atembeschwerden und Brustschmerzen geführt. Nach dem Wechsel auf 50/50 Base mit Pinkman wurde es besser ... jetzt dampfe ich seit 2 Monaten gar nicht mehr ... aber es ist immer noch nicht wie früher.
NullNeunzehn 27.10.2019
2.
Das wundert mich überhaupt nicht. Obwohl eigentlich relativ schnell klar war, dass es nicht an der E-Zigarette lag, haben sich hiesige Medien ohne Sinn und Verstand darauf gestürzt und haben Panik verbreitet. Ich sehe überhaupt kein Problem darin darüber zu berichten. Ich habe aber ein Problem damit, wenn Journalisten darüber berichten, die vorher nicht recherchiert haben und sowohl Zusammenhänge als auch Hintergründe nicht kennen. Stattdessen wird in vielen Fällen irgendwo abschreiben (dpa & co.). Wenn nun auch die Quelle, wie so oft, weder recherchiert hat, noch die Hintergründe und Zusammenhänge kennt, kann am Ende doch nichts gescheites mehr bei herauskommen.
Referendumm 27.10.2019
3. Richtig so!
Diese elendige Verharmlosung der E-Zigaretten ist wirklich unsäglich. Normale Zigaretten sind tödlich (laut Aufdruck), aber das "Dampfen" ist völlig gesundheitsunschädlich. So wurde es bis dato suggeriert - selbst beim BfR: "Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind E-Zigaretten *nach heutigem Wissen weniger gesundheitsgefährdend als konventionelle Tabakerzeugnisse*, als unbedenklich sind sie aber nicht einzuschätzen." "Nach heutigem Wissen"? Ha, ha, ha, welche Langzeitstudien gibt es denn? Genau, gar keine, weil das Zeug recht jung ist! "Weniger gesundheitsgefährdend als konventionelle Tabakerzeugnisse" Ha, ha, ha, die Wissenschaft weiß darüber doch so gut wie gar nix. Allein die zig Stoffe, die drin sind und in Kombination sehr wohl stark gesundheitsschädlich sind, darüber weiß man doch maximal als Einzelstoff bescheid aber garantiert NICHT in Kombination - und dann die langzeitlichen Schäden - Wissen = 0,0. Wieviel Jahrzehnte (Mehrzahl !) hat es denn gedauert, bis man wusste, wie schädlich normale Zigaretten sind? Aber die Schädlichkeit des "Dampfens" will man bereits heute wissen - unsäglich lächerlich und dumm ist das!
5b- 27.10.2019
4. Desinformationszeitalter
Die Grundstoffe pflanzliches Glycerin, Propylenglykol und Nikotin sind relativ sicher. Was die großen Probleme verursachen kann sind Zusatzstoffe wie Aromen, Farbstoffe, ölige Substanzen wie THC, Pfefferminzöl oder Vitamin E. Ein weiterer Punkt könnte die nebelmaschinenähnliche Übertreibung mit der Dampfmenge sein, die heutige E-Zigaretten, bzw. Akkuträger und Verdampfer, ermöglichen. Es kann auch sein, dass manche Dampfer zu heiß dampfen. Es könnte auch ein Problem sein, wenn man nicht wenigstens etwas Wasser zum Liquid hinzugibt.
spon_12 27.10.2019
5.
Zitat von NullNeunzehnDas wundert mich überhaupt nicht. Obwohl eigentlich relativ schnell klar war, dass es nicht an der E-Zigarette lag, haben sich hiesige Medien ohne Sinn und Verstand darauf gestürzt und haben Panik verbreitet. Ich sehe überhaupt kein Problem darin darüber zu berichten. Ich habe aber ein Problem damit, wenn Journalisten darüber berichten, die vorher nicht recherchiert haben und sowohl Zusammenhänge als auch Hintergründe nicht kennen. Stattdessen wird in vielen Fällen irgendwo abschreiben (dpa & co.). Wenn nun auch die Quelle, wie so oft, weder recherchiert hat, noch die Hintergründe und Zusammenhänge kennt, kann am Ende doch nichts gescheites mehr bei herauskommen.
Was mich an Ihrem Beitrag einzig interessiert: Woher nehmen Sie die Gewissheit, es läge NICHT an der E-Zigarette? Aus dem Artikel geht das jedenfalls nicht hervor, dort steht geschrieben: "Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind E-Zigaretten nach heutigem Wissen weniger gesundheitsgefährdend als konventionelle Tabakerzeugnisse, als unbedenklich sind sie aber nicht einzuschätzen."
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