Vermuteter Missbrauch von Marktmacht Kartellamt stoppt Ermittlungen gegen Edeka

Die Übernahme von Real-Filialen hatte das Kartellamt erlaubt – ermittelte aber wegen Missbrauchs von Marktmacht bei Werbeaktionen. Nun ist das Verfahren eingestellt, die Lieferanten hätten ohne Gegenleistung mitgewirkt.
Edeka darf wieder mit seinen Lieferanten verhandeln

Edeka darf wieder mit seinen Lieferanten verhandeln

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Federico Gambarini / dpa

Das Bundeskartellamt hat seine Ermittlungen gegen Deutschlands größten Lebensmittelhändler Edeka im Zusammenhang mit der Übernahme von Filialen der SB-Warenhauskette Real eingestellt. Das teilte die Behörde mit.

Edeka hatte nach Angaben des Kartellamts gegen verschiedene Lieferanten Sonderforderungen erhoben. Dabei sei es um Werbeaktionen in großen Filialen mit finanzieller Unterstützung der Lieferanten gegangen. Das Kartellamt hatte deshalb geprüft, ob diese Forderungen ein verbotener Missbrauch von Marktmacht sind.

Entsprechende Ermittlungen gegen Kaufland setzen die Wettbewerbshüter fort.

»Entscheidend ist, dass solche Sonderforderungen nicht ohne eine entsprechende Gegenleistung erhoben werden. Wir haben uns dessen versichert, dass Edeka das entsprechend berücksichtigen wird«, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

Konkrete Leistungen und damit verbundene Kosten müssten individuell vereinbart werden. Edeka hatte seine Verhandlungen mit Lieferanten nach Einleitung der Ermittlungen durch das Bundeskartellamt zunächst gestoppt. Das Bundeskartellamt hat nach dem Ergebnis der Ermittlungen keine Einwände gegen eine Wiederaufnahme der Verhandlungen.

apr/dpa