Fusions-Antrag Edeka und Kaiser's Tengelmann warnen Gabriel vor Jobabbau

Durch eine Sondererlaubnis wollen die Supermarktketten Edeka und Kaiser's Tengelmann doch noch ihren Zusammenschluss durchsetzen. In dem Antrag an Sigmar Gabriel warnen sie, mehr als die Hälfte der 16.000 Arbeitsplätze sei andernfalls in Gefahr.

Kaiser's-Filiale in Düsseldorf: Definitiv aus dem Markt ausscheiden
DPA

Kaiser's-Filiale in Düsseldorf: Definitiv aus dem Markt ausscheiden


Die Lebensmittelhändler Edeka und Kaiser's Tengelmann drohen der Bundesregierung mit dem Verlust mehr als 8000 Arbeitsplätzen, falls Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) den Zusammenschluss der Ketten nicht erlaubt. Das berichten das manager magazin und der "Tagesspiegel" vorab unter Berufung auf den Antrag der beiden Ketten auf eine Ministererlaubnis.

In dem Dokument heißt es demnach, dass Kaiser's Tengelmann definitiv aus dem Markt ausscheide. Sollte die Übernahmen von 451 Filialen durch Edeka endgültig scheitern, würden sich nur für die "guten Märkte" Interessenten finden lasse.

Neben den Arbeitsplätzen in den Filialen fielen dann auch Jobs in Lagerhäusern und Fleischbetrieben von Tengelmann weg. Kaiser's Tengelmann wollte sich auf Anfrage nicht zu den Inhalten des Antrags äußern; Edeka war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der "Tagesspiegel" berichtete zudem, dass das Bundeswirtschaftsministerium den Antrag auf eine Ministererlaubnis "wohlwollender als bislang angenommen" prüfe. Anfang April hieß es zur Entscheidung des Bundeskartellamts noch aus dem Wirtschaftsministerium: "Eine Ministererlaubnis steht für uns nicht zur Debatte."

Nun sagte eine Sprecherin dem Bericht zufolge dass die Äußerung "nicht inhaltlich" zu verstehen sei. Es sei dabei lediglich darum gegangen, dass "zum damaligen Zeitpunkt kein Antrag auf eine Ministererlaubnis vorlag". Auch das Ministerium war für eine Nachfrage zunächst nicht zu erreichen.

Nach Informationen des manager magazin wären jedoch auch im Falle einer Übernahme bei weitem nicht alle Arbeitsplätze sicher. Denn nicht jeder Markt von Kaiser's Tengelmann sei zur Weiterführung durch selbstständige Edeka-Händler geeignet. Bis zu 100 Läden werden vermutlich an die Edeka-Tochter Netto Marken-Discount weitergegeben, die in ihren Filialen nur etwa halb so viele Mitarbeiter wie Kaiser's Tengelmann beschäftigt. Zudem plant Edeka laut manager magazin die Schließung der Tengelmann-eigenen Fleischwerke und Logistikzentren sowie der Mülheimer Hauptverwaltung mit zusammen mehr als 1000 Beschäftigten.

Das Bundeskartellamt hatte die Übernahme von 451 Tengelmann-Filialen mit rund 16.000 Mitarbeitern durch Edeka Anfang April verboten. Um die Fusion doch noch zu ermöglichen, beantragten die beiden Lebensmittelhändler eine sogenannte Ministererlaubnis. Gabriel hat noch etwa drei Monate Zeit zu entscheiden, ob er dem Kartellamt folgt oder die Übernahme doch noch genehmigt.

dab/AFP



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