Einigung in Brüssel EU beschließt Fischfangquoten für 2014

Zum ersten Mal seit 1995 ging es flink und ohne Nachtsitzung: Die  zuständigen Minister haben sich nach zwei Verhandlungstagen auf die EU-Fischfangquoten für das nächste Jahr geeinigt. Für Bestände in der Nordsee wurden bislang aber nur vorläufige Fangmengen vereinbart.

Fischerei im Nordatlantik (Archivbild): Schwenk in der europäischen Politik
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Fischerei im Nordatlantik (Archivbild): Schwenk in der europäischen Politik


Brüssel - Die EU-Staaten haben sich in Brüssel auf Fangmengen geeinigt. Die Minister kamen ungewöhnlich rasch nach nur zwei Verhandlungstagen schon am Dienstagabend zu einem Ergebnis. Die nun festgelegten Quoten betreffen die Nordsee und den Nordostatlantik.

EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki sieht die unerwartet frühe Einigkeit als Beleg für einen Schwenk in der europäischen Fischereipolitik: Die Minister '"haben in der Tat verstanden, dass Nachhaltigkeit gute Ergebnisse liefern und sich lohnen kann."

Die Quoten für den Fischfang legt der EU-Rat für Landwirtschaft und Fischerei jährlich im Dezember in zähen Verhandlungen fest; in dem Rat treten die zuständigen Ressortchefs der EU-Mitgliedstaaten zusammen. EU-Diplomaten hatten eigentlich erwartet, dass sich die bereits am Montag begonnenen Gespräche noch bis in die Nacht auf Mittwoch hinziehen. Es ist demzufolge das erste Mal seit 1995, dass die Quoten für die Nordsee ohne eine Nachtsitzung festgelegt werden konnten.

Nur vorläufige Quoten für die Nordsee

Für Nordseefischer bleiben aber noch Unsicherheiten: Diese Bestände bewirtschaftet die EU gemeinsam mit Norwegen, Island und den Färöer Inseln. Diese Gespräche laufen noch, insbesondere zwischen der EU und Norwegen hakt es. Deshalb setzt die EU hier nur vorläufige Quoten fest. Die Obergrenzen für den Fischfang in der Ostsee wurden bereits vor mehreren Wochen vereinbart.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium wagte sich am Dienstagabend dennoch schon an eine Prognose: Bei Makrele und Scholle dürften die deutschen Fischer deutlich höhere Quoten als im laufenden Jahr erhalten. Beim Hering sei eine "geringfügige Kürzung auf hohem Niveau" zu erwarten. Bei Seelachs und Kabeljau geht das Ministerium von einer deutlichen Kürzung aus.

"Allerdings konnte der Rat für die Nordseebestände nur vorläufige Quoten festlegen", betonte auch das Ministerium. "Die vorläufigen Quoten entsprechen in der Regel 70 Prozent der von der Wissenschaft empfohlenen Gesamtfangmenge." Die EU will ihre teils strapazierten Fischbestände in Zukunft schonender bewirtschaften. Den Rahmen dafür schafft die im Frühjahr beschlossene Fischereireform.

Der Streit um Fischfangquoten war zuletzt im August zwischen der Europäischen Union und den Färöer Inseln eskaliert. Wegen Missachtung eines Überfischungsverbots im Nordostatlantik verhängte die EU-Kommission Handelssanktionen gegen den Inselstaat.

bos/dpa/AFP



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Seite 1
Raúl gonzales 17.12.2013
1.
Schön wäre nicht nur Sachverhalte abzudrucken, sondern zusammenhänge und Hintergrundinformationen zu liefern. Ansonsten ist die Meldung nur für die Ehefrauen der, an den Verhandlungen beteiligten, interessant.....
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