Einigung mit Gewerkschaft Post zahlt Einsteigern niedrigere Löhne

Vier Prozent weniger Lohn für neue Mitarbeiter: Die Deutsche Post hat sich mit der Gewerkschaft Ver.di auf ein Tarifpaket geeinigt. Auch die Altersteilzeit wurde neu geregelt, der Beschäftigungspakt bis Ende 2015 verlängert.

Briefverteilzentrum der Post: Gewinne im Briefgeschäft sollen stabil bleiben
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Briefverteilzentrum der Post: Gewinne im Briefgeschäft sollen stabil bleiben


Bonn - Das erklärte Ziel ist, die Gewinne aus dem Briefgeschäft stabil zu halten: Die Deutsche Post senkt die Einstiegslöhne um durchschnittlich vier Prozent. Neu eingestellte Briefzusteller erhalten demnach künftig 10,70 Euro pro Stunde statt wie bislang 11,13 Euro. Darauf haben sich das Unternehmen und die Gewerkschaft Ver.di geeinigt, teilte die Post mit.

Das ausgehandelte Tarifpaket enthält jedoch nicht nur Regelungen zu Lasten der Mitarbeiter: Der bis Ende des Jahres laufende Beschäftigungspakt wird um vier Jahre bis Ende 2015 verlängert. Zudem verständigten sich die Post und Ver.di auf ein neues Modell zur Altersteilzeit. 1500 befristet Beschäftigte sollen ein unbefristetes Angebot erhalten, bei der Post-Tochter First Mail beschäftigte Auszubildende sollen zudem zum Ende des Jahres zum Mutterunternehmen wechseln. Die Gehälter sollen im kommenden Jahr separat verhandelt werden.

Das Briefgeschäft bringt der Post einen Gewinn von einer Milliarde Euro - die Einigung ist laut Konzernchef Frank Appel ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung dieses Ergebnisses. So werde zusätzlich Spielraum geschaffen, um auf die künftigen Entwicklungen im schrumpfenden Briefmarkt reagieren zu können. "Damit stärken wir unsere Wettbewerbsposition und sichern Arbeitsplätze."

Bei der Altersteilzeit gehen Deutsche Post Chart zeigen und Ver.di einen neuen Weg: Eine Kombination aus Altersteilzeit und Zeitwertkonten soll es den Beschäftigten ermöglichen, gegen Ende des Berufslebens die Arbeitszeit über einen längeren Zeitraum zu reduzieren, um dann nach einer Freistellungsphase abschlagsfrei in Rente gehen zu können. Die Mitarbeiter sollen frühzeitig ermuntert werden, Teile ihres Bruttoverdienstes auf Zeitwertkonten anzusparen. Das Guthaben kann aber auch für die Verlängerung der Elternzeit, zur Pflege von Angehörigen oder für eine zeitlich begrenzte Auszeit genutzt werden. Finanziert werden soll die Altersteilzeit teilweise über eine Anrechnung künftiger Lohnerhöhungen.

fdi/dpa/Reuters/dapd

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insgesamt 14 Beiträge
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pudel_ohne_mütze 06.10.2011
1. Ein weiterr, schlagender Beweis dass unsere Gewerkschaften
Zitat von sysopVier Prozent weniger Lohn für neue Mitarbeiter: Die Deutsche Post hat sich mit der Gewerkschaft Ver.di auf ein Tarifpaket geeinigt. Auch die Altersteilzeit wurde neu geregelt, der Beschäftigungspakt bis Ende 2015 verlängert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,790381,00.html
kriminell sind.
lronmcbong 06.10.2011
2. grandiose Leistung!.....
nicht, dass 10,70 Euro ein schlechter Stundenlohn wäre, aber ist mir bei solchen Ideen schleierhaft, wozu ich mich einer Gewerkschaft anschließen sollte. Um die Gewinne für die Deutsche Post stabil zu halten? Schade eigentlich, dass die Regierung irgendwann mal auf die Idee kam die Post gegen Mitbewerber abzusichern, indem man einen Mindestlohn einführte. Wie man sieht muss man einen Mindestlohn nicht nur wegen allzu raffender Arbeitgeber einführen, sondern auch für Gewerkschafter, die ihre Aufgaben nicht wahrnehmen. Der im ersten Quartal 2010 ausgewiesene Gewinn von 1,7 Milliarden Euro habe einen außerordentlichen Gewinn durch Bewertungseffekte der inzwischen überwiegend an die Deutsche Bank verkauften Postbank von 1,5 Milliarden Euro enthalten, erläuterte Rosen. Ohne diesen Effekt läge der Nettogewinn im ersten Quartal 2011 um mehr als 27 Prozent über dem Vorjahreswert. http://weser-ems.business-on.de/deutsche-bank-textdeutsche-rosen-wachstum-quartal-_id18064.html Es stimmt ja auch, je Höher der Aktienkurs, desto mehr Gewinne muss ich ausschütten, damit das KGV stabil bleibt und die Aktie nicht als überbewertet gilt - sprich interessant bleibt.
Magnolie5 06.10.2011
3. Post und Gewerkschaft,
war das nicht der VW Gewerkschafter Volkert, der sich vor Jahren im Rotlichtmilieu herumtrieb und dachte er " pinkelt" jetzt mal mit den grossen Tieren? Gewerkschafter waren schon immer "halbkriminell", VORSICHT - nicht alle aber etliche. Und damit zu viele! Ich fordere daher den Staat, es muss ein gesetzlicher Mindestlohn her. Es wuerde fuer mehr Gerechtigkeit sorgen und kotauuebendenden und wichtigtuerischen und ueberfluessigen Gewerkschaftern das Handwerk legen.
mws, 06.10.2011
4. Verdi...
Zitat von sysopVier Prozent weniger Lohn für neue Mitarbeiter: Die Deutsche Post hat sich mit der Gewerkschaft Ver.di auf ein Tarifpaket geeinigt. Auch die Altersteilzeit wurde neu geregelt, der Beschäftigungspakt bis Ende 2015 verlängert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,790381,00.html
Verdi ist nutzlos geworden... Zumwinkel und seine Nachfolger lachen sich eins...
mitbestimmender wähler 06.10.2011
5. Deutsche Post Pfuideiwel Geizgeil !
Wenn ich so die hohen Porto Gebühren und übrige Postgebühren in Deutschland anschaue. Die relativ wenigen Postangestellte in Deutschland von 170 000. Subventioniert die Deutsche Post ihren Auslands-Grössenwahn mit diesen mickrigen Deutschen Gehälter? Am Inlandgeschäft kann es ja wohl kaum liegen das man so bei den Gehältern sparen muss.
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