Einrichtungskonzern Ikea wird zum Häuslebauer

Der Einrichtungsgigant Ikea setzt nicht mehr nur auf Billy-Regale und Faktum-Küchen: Ab Ende April verkauft der schwedische Konzern auch Häuser. Die Fertigbaubranche erhofft sich dadurch ein Ende der Krise.

Ikea-Werbeturm: Ab März steigt der Konzern in den Verkauf von Fertighäusern ein
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Ikea-Werbeturm: Ab März steigt der Konzern in den Verkauf von Fertighäusern ein


Hamburg - Ikea verkauft jetzt nicht mehr nur Möbel: Der Konzern aus Schweden erweitert sein Sortiment um Fertighäuser. Ab März kann das erste Haus in Hofheim-Wallau besichtigt werden, der Verkaufsstart ist für April angesetzt. Die Reihenhäuser, die samt Grundstück schlüsselfertig übergeben werden, sollen unter der Marke Boklok ("Wohne clever") vertrieben werden. Die kleinste Wohnung kostet knapp 100.000 Euro, ein ganzes Reihenhaus in Offenbach inklusive Grundstück gibt es beispielsweise für rund 180.000 Euro.

Der Konzern kooperiert in Deutschland mit Bien-Zenker, einem hessischen Hersteller für Fertighäuser. Bis zum Jahresende sollen zunächst 60 Reihenhäuser und 20 Wohnungen entstehen - die ersten Bewohner sollen bereits Ende dieses Jahres einziehen. Die zweigeschossigen Mehrfamilienhäuser im skandinavischen Stil bestehen aus sechs Wohnungen, aufgeteilt in jeweils Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen. Später sind laut Ikea auch größere Stückzahlen geplant. Die ersten Projekte starten in Offenbach, Nürnberg, Wiesbaden und Hofheim.

Alle Ikea-Häuser sind in der Holzbaurahmenbauweise gefertigt und werden in Deutschland verputzt angeboten. In Dänemark, Norwegen und Großbritannien läuft das Geschäft bereits erfolgreich. Seit Mitte der neunziger Jahre entstanden hier schon 4000 Boklok-Bauten.

Schon vor Verkaufsstart sei die Nachfrage nach den Fertighäusern groß, sagte der Vorstand von Bien-Zenker der "Süddeutschen Zeitung". Der Hersteller produziert im Jahr 750 Häuser.

Die ganze Fertighausbranche hofft jetzt auf einen Aufschwung: "Der hohe Bekanntheitsgrad und die Werbekraft von Ikea können Holzhäusern in Deutschland zum Durchbruch verhelfen", sagte ein Sprecher vom Bundesverband Deutscher Fertigbau der SZ.

Die Fertighausbranche steckt seit Jahren in der Krise: Im vergangenen Jahr sind nur rund 6800 Häuser verkauft worden. In den Neunzigern waren es noch fast dreimal so viele. Die börsennotierte Kampa-Haus-Gruppe musste im Jahr 2009 Insolvenz anmelden.

alb



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Seite 1
mat_1972 18.02.2010
1. Tv
Da kam gestern eine Reportage drüber im HR... bei MEX, dem Markt-Magazin. Interessant waren die Interviews mit irgendwelchen Passanten. Ein älterer Herr meinte: "Diese Holzhäuser sehen aus wie die von den Asozialen". "Solche Baracken verschandeln das ganze schöne Stadtbild von (Name vergessen)" meinte eine Andere.... Oh Mann. Das ist Deutschland.
singlesylvia 18.02.2010
2. Wie bitte, Fertighäuser?
Zitat von sysopDer Einrichtungsgigant Ikea setzt nicht mehr nur auf Billy-Regale und Faktum-Küchen: Ab Ende April verkauft der schwedische Konzern auch Häuser. Die Fertigbaubranche erhofft sich dadurch ein Ende der Krise. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,678724,00.html
Wie bitte, *Fertig*häuser? Und ich dachte, IKEA sei ein Möbelbastelladen, da hätte ich doch auch Häuser zum Selbstzusammenbauen erwartet. Diese Enttäuschung aber auch! :-) (Oder passen die Fertighäuser dann in die Billy-Regale?)
saul7 18.02.2010
3. +++
Zitat von sysopDer Einrichtungsgigant Ikea setzt nicht mehr nur auf Billy-Regale und Faktum-Küchen: Ab Ende April verkauft der schwedische Konzern auch Häuser. Die Fertigbaubranche erhofft sich dadurch ein Ende der Krise. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,678724,00.html
Das ist doch eine gute Idee von IKEA. Wo ist das Problem? Zudem haben die Holzhäuser auch noch einen eigenen Charme und ein ordentliches Preis/Leistungsverhältnis.
Gabri, 18.02.2010
4. Titel
Zitat von mat_1972Da kam gestern eine Reportage drüber im HR... bei MEX, dem Markt-Magazin. Interessant waren die Interviews mit irgendwelchen Passanten. Ein älterer Herr meinte: "Diese Holzhäuser sehen aus wie die von den Asozialen". "Solche Baracken verschandeln das ganze schöne Stadtbild von (Name vergessen)" meinte eine Andere.... Oh Mann. Das ist Deutschland.
Sorry, wenn ich mich jetzt oute, aber ich finde, der Mann hat Recht.
einblick1984 19.02.2010
5. Bei Mutti ausziehen
Das Fertighäuser gefördert werden, finde ich super, ich glaube schon, dass diese auch ihre Vorzüge haben. Aber will man es denn wirklich riskieren ewig an seine erste Wohnung mit Ikea-Möbeln erinnert zu werden?
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