Wachstum im Einzelhandel Online boomt, klassische Läden stagnieren oder schrumpfen

Insgesamt sind die Wachstumsaussichten für den Einzelhandel gut. Davon dürfte vor allem der Onlinehandel profitieren. Insbesondere kleine Läden rechnen dagegen mit sinkenden Umsätzen.

Frauen gehen mit Einkaufstüten durch die Stuttgarter Innenstadt
Fabian Sommer / DPA

Frauen gehen mit Einkaufstüten durch die Stuttgarter Innenstadt


Trotz vorsichtigerer Konjunkturprognosen setzt der Einzelhandel weiter auf einen anhaltend hohen privaten Konsum. "Die Konsumenten zeigen sich weitgehend unbeeindruckt von der konjunkturellen Eintrübung", teilte der Branchenverband HDE mit. Der Umsatz der Branche dürfte laut seiner Prognose 2019 um zwei Prozent auf 537,4 Milliarden Euro zulegen.

Die Einzelhändler können damit mit dem zehnten Wachstumsjahr in Folge rechnen. Getrieben werden die Umsätze dabei vor allem vom boomenden Onlinehandel - dieser dürfte um neun Prozent zulegen. Die 450.000 klassischen stationären Geschäfte können dagegen nur auf ein Plus von 1,3 Prozent setzen. Das heißt: Bereinigt um die Preissteigerung dürfte das Geschäft dort im besten Fall stagnieren, vielleicht sogar geringfügig schrumpfen.

So zeigt auch eine aktuelle Umfrage des HDE, dass weniger als ein Drittel der Einzelhändler in diesem Jahr mit wachsenden Umsätzen rechnet. Vor allem kleinere Händler mit bis zu 20 Beschäftigen gehen demnach für dieses Jahr mehrheitlich von Umsatzrückgängen aus.

Dabei spielen die kleinen Händler für das Stadtbild nach wie vor eine große Rolle: Denn sie stellen die Mehrheit aller Geschäfte. Deutlich optimistischer blicken größere Händler in die Zukunft. Das gilt schon für Händler mit mehr als 20 Beschäftigten, erst recht aber für Händler, die mehr als hundert Mitarbeiter haben - wohl auch, weil sie oft stationäre und Onlineangebote verbinden.

mmq/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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sgrettche 24.04.2019
1. Kein Wunder
Drei lokale Geschäfte habe ich abgeklappert, gesucht und nicht gefunden ein Tankini Größe 48D, dabei drei Stunden verplempert. Bei der anschließenden Online-Suche fand ich in kürzester Zeit eine große Auswahl in bekannten Versandhäusern, drei Teile habe ich bestellt, das Ganze dauerte keine halbe Stunde. Also, kein Wunder, dass manche Menschen - so auch ich - den Online-Handel bevorzugen.
schmidthomas 24.04.2019
2. Vielleicht kann SpOn in Zukunft...
die vorliegenden Zahlen präzisieren und die anteiligen Umsätze der (stationären) Lebensmittelhändler separat nennen. Da in diesem Bereich online nur geringe Umsätze getätigt werden, der stationäre Umsatz der Lebensmittelhändler aber einen sehr hohen Anteil am Gesamtumsatz des EH hat, könnte man dann exakte Rückschlüsse ziehen und den genannten Zahlen eine deutlich höhere Aussagekraft zubilligen. So wie hier berichtet, tendiert die Aussagekraft gegen Null. Zusätzlich wäre es angebracht zu benennen, ob Online-Reservierungen mit anschließender Abholung der Ware in der Filiale zu Online- oder Offlineumsatz zählen. Leider ist hierüber in der vorliegenden Berichterstattung auch nichts zu entnehmen. Danke.
espressotime 24.04.2019
3.
Dann werden sie auch demnächst mitbekommen wie Menschen ihren Job verlieren werden, weil es genau so Leute diesen onlinehandel unterstützen. Nicht nur, weil die passende Größe nicht gefunden wurde, sondern weil man es bequem nach Hause geschickt bekommt. Gleich drei Stück wovon 2 wieder zurück gehen. Ganz umweltbewusst alles. Da braucht man sich nicht wundern, wenn Läden kaputt gehen, die Einkaufsstraße verdrecken und ein Euro Läden einziehen, denen es auch gut geht, weil Geiz ja geil ist. Bravo kann man da nur sagen.
observerlbg 24.04.2019
4. Ja, es geht bergab mit dem stationären Handel
Aber der Onlinehandel brummt, ich sitz hier an der Quelle. Die Städte werden für Käufer unattraktiver (immer weniger Parkmöglichkeiten zu immer höheren Preisen, öffentlicher Nahverkehr zum abgewöhnen...) und die Sortierung der bekannten Läden wird immer spartanischer. Im Internet finde ich alles.
Rechtsrum 24.04.2019
5. Man muss sich ja dem Handel auch nicht aufdrängen
Die Städte wollen nicht, dass man sie mit dem Auto besucht und wenn doch, kostet das Parken schon mal so viel, wie der halbe Einkauf. Die Öffies sind nicht viel billiger und transportieren will man ja auch nicht alles mit Hand und Fuss. Lebensmittel werden nur eingekauft, wo genug Parkplätze ausserhalb sind, der Rest online. Damit sollten die Stadt und ihre Bewohner doch mehr als glücklich sein. Der Einzelhandel sollte sich daran gewöhnen, dass er in Innenstädten keine Zukunft mehr hat.
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