Einzelhandel Siegeszug der Discounter stockt

Jahrelang steigerten die Discounter Aldi und Lidl Marktanteil und Umsatz - nun scheint der Boom vorbei zu sein: Nach einer Erhebung der Marktforscher der GfK stagnierte das Geschäft oder ging leicht zurück. Aldi muss demnach den größten Umsatzeinbruch seiner Geschichte hinnehmen.

Aldi: Das Geschäft des Discounter-Riesen bröckelt
REUTERS

Aldi: Das Geschäft des Discounter-Riesen bröckelt


Düsseldorf - Deutschlands führenden Discountern Aldi und Lidl ist es im vergangenen Jahr offenbar nicht gelungen, ihre Marktanteile auszuweiten. Wie die "Wirtschaftswoche" am Samstag vorab unter Berufung auf eine Erhebung des Nürnberger Marktforschers GfK berichtete, schrumpfte Aldis Marktanteil im vergangenen Jahr von 19 auf 18,4 Prozent. Mehr als vier Prozent Umsatz habe Aldi den Zahlen zufolge in Deutschland eingebüßt und damit den wohl schärfsten Umsatzeinbruch der Firmengeschichte verzeichnet.

Auch Konkurrent Lidl sei anders als in den Vorjahren kaum noch gewachsen, schreibt das Magazin. Der Marktanteil des Unternehmens sei 2009 laut GfK bei 9,8 Prozent (2008: 9,7 Prozent) stagniert.

Die GfK-Daten basieren laut Bericht auf der monatlichen Auswertung der Einkaufsbons von 30.000 Haushalten.

Das Abschneiden von Aldi und Lidl hat dem Magazin zufolge auch dazu geführt, dass der Anteil des Discountersegments am Gesamtmarkt erstmals seit fast 50 Jahren bei rund 44,6 Prozent stagniert. GfK-Konsumforscher Wolfgang Twardawa sagte dem Magazin: "Die Ära des stürmischen Wachstums ist vorbei." Als Ursache sieht der Experte nicht nur den harten Preiskampf der Branche, sondern auch Rückgänge im Geschäft mit Aktionsartikeln sowie strukturelle Probleme. So würden sich die Discounter durch den Ausbau ihrer Filialnetze zunehmend selbst Konkurrenz machen.

Insgesamt gaben die Konsumenten dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr rund 150,1 Milliarden Euro im deutschen Lebensmitteleinzelhandel aus, 1,8 Milliarden Euro weniger als 2008. Als Hauptursache für den Rückgang sähen Experten die insgesamt zwölf Preissenkungswellen des Vorjahres.

bim/ddp



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nemansisab, 30.01.2010
1. Systemfehler
Zitat von sysopJahrelang steigerten die Discounter Aldi und Lidl Marktanteil und Umsatz - nun scheint der Boom vorbei zu sein: Nach einer Erhebung der Marktforscher der GfK stagnierte das Geschäft oder ging leicht zurück. Aldi muss demnach den größten Umsatzeinbruch seiner Geschichte hinnehmen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,675014,00.html
Au Backe. Da funktioniert das Schneller-Höher-Weiter-Prinzip auch nicht mehr. Ist doch auch logisch. Auf der einen Seite drängen viele Discounter mit immer mehr Filialen auf den Markt, auf der anderen Seite haben die Menschen immer weniger Geld in der Tasche. Wie soll sich da eine Steigerung des Umsatzes ergeben? Sind schon irgendwo Marsmännchen gelandet?
archie, 30.01.2010
2. KV-Zusatzprämie
Und die 8 Euro, die ich jetzt jeden Monat weniger habe, kann ich auch nicht zu Aldi tragen. Das läppert sich.
Mocs, 30.01.2010
3. Verblüffend...
Verblüffend... die Menschen kaufen nicht mehr ein, als sie essen können. Damit hätte ja nun echt keiner rechnen können :-) Reine Logik : Wenn die Zielgruppe zu 100% akquiriert ist und ihre Bedürfnisse zu 100% deckt - dann ist der Maximalpunkt erreicht. Hätte irgend ein hochbezahlter Schlaukopf in den Konzernen irgendwie voraussehen können. Oder sollen wir einkaufen und das Zeug in die Tonne werfen - nur um Wachstum zu generieren ?
ArbeitsloserMathematiker 30.01.2010
4. Das einfachste mögliche Modell
http://de.wikipedia.org/wiki/Logistische_Funktion Wenn die BWLer selbst das nicht kapieren, dann gute Nacht! Aber oh,... da ist Mathe drin und das können wir nicht, weil wir da schon immer schlecht drin waren ... *Das Publikum klatscht Beifall* Amen
Dino, 30.01.2010
5. Immer die Anderen !
Zitat von nemansisabAu Backe. Da funktioniert das Schneller-Höher-Weiter-Prinzip auch nicht mehr. Ist doch auch logisch. Auf der einen Seite drängen viele Discounter mit immer mehr Filialen auf den Markt, auf der anderen Seite haben die Menschen immer weniger Geld in der Tasche. Wie soll sich da eine Steigerung des Umsatzes ergeben? Sind schon irgendwo Marsmännchen gelandet?
Offensichtlich ist nicht nur Ihr Beitrag in diesem bisher sehr übersichtlichen Thread von keinerlei Sachkenntnis getrübt.Dafür liefern Sie allerdings ein schönes Beispiel für eingleisiges Denken, gepaart mit dem Tunnelblick eines wahrscheinlich frustrierten und rotlichbestrahlten VWL-Artisten . Schon mal was von Wachstum durch Verdrängung oder Qualitätssteigerung gehört? Dino
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