Nach Einbruch Einzelhandel verzeichnet historisches Umsatz-Plus nach Corona-Lockerungen

Die Einzelhändler haben nach dem historischen Einbruch in der Coronakrise ihre Umsätze wieder deutlich steigern können. Doch unter den Händlern gibt es Unterschiede.
Gut gefüllte Hohe Straße in Köln Mitte Juni

Gut gefüllte Hohe Straße in Köln Mitte Juni

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Henning Kaiser/ dpa

Die Lockerungen in der Coronakrise haben den deutschen Einzelhändlern im Mai den stärksten Umsatzanstieg seit mindestens 26 Jahren beschert. Die Erlöse kletterten zum Vormonat um 13,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte .

Preisbereinigt fiel das Plus mit 13,9 Prozent noch stärker aus und war zugleich der größte Umsatzanstieg seit Beginn der Datenerhebung 1994. Als Gründe nannte das Statistische Bundesamt die Geschäftsschließungen bis Mitte April und die anschließenden Lockerungen. "Damit konnte der Einzelhandel die Corona-bedingten Umsatzeinbußen der Vormonate wieder ausgleichen", erklärten die Statistiker. Ökonomen hatten dennoch nur ein Wachstum von 3,9 Prozent erwartet.

Einbußen bei Innenstadthändlern

Im April hatte es wegen Geschäftsschließungen aufgrund der Virus-Pandemie noch ein reales Minus von 6,5 Prozent zum Vormonat gegeben. In den ersten fünf Monaten liegen die Umsätze nun nominal (real: 1,2) 2,4 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr.

Doch nicht alle Händler profitierten gleichermaßen. So verzeichnete der Internet- und Versandhandel gegenüber dem Vorjahresmonat ein Plus von 28,7 Prozent. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren schaffte real ein Plus von knapp fünf Prozent.

Hingegen musste der gerade für die Innenstädte relevante Handel mit Textilien, Schuhen und Lederwaren starke Einbußen hinnehmen. Die Sparte verzeichnete im Mai einen um 22,6 Prozent verringerten Real-Umsatz. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres fehlen diesen Händlern 32,6 Prozent der Erlöse.

apr/Reuters/dpa
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