Wirtschaftskonflikt mit China Außenminister Gabriel verkündet Deal zur umstrittenen Quote für Elektroautos

Können die deutschen Autokonzerne aufatmen? China kommt Deutschland laut Außenminister Gabriel bei einer umstrittenen Produktionsquote für Elektroautos entgegen.

Chinesisches Elektroauto
REUTERS

Chinesisches Elektroauto


Sigmar Gabriel (SPD) ist zwar vor einigen Monaten vom Wirtschafts- ins Außenministerium gewechselt, die Interessen der deutschen Industrie hat er aber auch im neuen Amt im Blick. Bei einem Besuch in Peking hat Gabriel einen Durchbruch im Ringen um Chinas geplante Quote für Autos mit alternativen Antrieben verkündet.

Laut Gabriel sei China bereit, die bei deutschen Autobauern gefürchtete Maßnahme zu lockern. Er gehe davon aus, dass "der Deal zur Elektromobilität steht", sagte Gabriel am Mittwoch zum Auftakt seiner Chinareise in Peking. Ursprünglich hatte Chinas Regierung geplant, bereits ab kommenden Jahr eine strenge Produktionsquote für Autos mit alternativen Antrieben einzuführen.

Bis zu acht Prozent der verkauften Autos hätten demnach von Elektromotoren oder Hybridantrieben aus Elektro- und Verbrennungsmotoren angetrieben werden müssen. Bei Nichterfüllung hätten Strafen im Raum gestanden.

Unklar ist, wie die Entschärfung des geplanten Gesetzes im Detail aussieht. Im Gespräch war sowohl eine Verschiebung um ein Jahr als auch eine zunächst geringere Quote. Damit würden insbesondere die deutschen Autobauer Daimler, BMW sowie Volkswagen und die VW -Tochter Audi mehr Zeit kriegen, um bei ihrer E-Modellpalette nachzubessern.

Mehr zum Thema E-Quote: China schreckt deutsche Autoindustrie auf

beb/dpa-AFX

Mehr zum Thema


insgesamt 107 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
meckerlise 24.05.2017
1. Wirtschaft vor Umwelt!
Ich hab nicht viel Ahnung von Wirtschaft, das gebe ich gerne zu. Aber aus umwelttechnischer Sicht wäre die von China geplante Quote zumindest doch sicher ein Schritt in die richtige Richtung gewesen, was das Smog-Problem des Landes angeht, oder? Sollten die Wirtschaftsinteressen Deutschlands da nicht etwas zweitrangig sein? Bitte korrigiert mich, wenn ich das falsch sehe.
theo2103 24.05.2017
2. Erfolg?
ist das wirklich ein Erfolg? Oder hat China bereits Mitleid mit der deutschen Autoindustrie, da man weiß, dass man diese in der Elektomobilität schon längst abgehängt hat.
mesomaxl 24.05.2017
3.
Aussen- oder Autominister? Erst das stille Goodbye zur heimischen Verbreitung der E-Autos, dann diskutiert man eine Kaufprämie für Diesel und am Ende versucht man China zu überzeugen (wie eigentlich?), doch unseren alten Mist zu kaufen… Der armen armen deutschen Autoindustrie muss es wirklich dreckig gehen. "Vorsprung durch Technik" ist mittlerweile wirklich ein paradoxon.
DenkenKannHelfen! 24.05.2017
4. Jetzt auch im Ausland
Es reicht also nicht, dass wir das hierzulande nicht hinbekommen mit der Elektromobilität, nein, jetzt müssen wir das Ganze auch schon im Ausland ausbremsen.
stefan7777 24.05.2017
5. Anstatt die Vorgabe als Herausforderung anzunehmen...
und innovativ den Wandel zu gestalten, hecheln die deutschen Autobauer hinterher und jammern um Sonderrechte. Innovation geht anders!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.