Elektro- und Hybridautos Deutlich mehr Zulassungen von Neuwagen

Der Staat kürzt zum neuen Jahr die Förderprämien für Elektroautos – aber noch sind die Auftragsbücher gut gefüllt: Im vergangenen Monat wurden ein Drittel mehr Neuwagen zugelassen als im Oktober.
Elektroauto auf der IAA-Messe in München (Archiv)

Elektroauto auf der IAA-Messe in München (Archiv)

Foto: MiS / IMAGO

Von wegen Flaute: Im November wurden in Deutschland deutlich mehr Neuwagen zugelassen als noch im Vorjahresmonat. Mit knapp 260.500 Pkw übersteigt die Menge den Oktober um mehr als 31 Prozent, wie das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg (KBA) mitteilte. Besonders stark legte demnach das Elektrosegment zu. Experten und Expertinnen erwarten jedoch eine Trendwende ab Januar – weil sich dann die staatlichen Förderungen reduzieren oder wie im Fall von Plug-in-Hybriden ganz auslaufen.

Das größte Zulassungsplus erreichte Audi mit rund 109 Prozent mehr Pkw als im November 2021. Auch der E-Autobauer Tesla verdoppelte seine Zulassungszahlen annähernd. Der größte Anteil an Neuzulassungen entfiel wiederholt auf Volkswagen mit 18 Prozent. Bis August waren die monatlichen Neuzulassungen noch teils stark zurückgegangen; dann aber hatten die Verkäufe zugelegt. Im Jahresverlauf liegt das Absatzniveau der Autohersteller nun mittlerweile noch zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Vorkrisenniveau in »weiter Ferne«

Die Neuzulassungen von hybriden und reinen Elektroautos legten im November den KBA-Daten zufolge besonders stark zu und überstiegen erstmals die Marke von 100.000. Damit entfielen 39,4 Prozent der Gesamtzulassungen auf E-Autos. »Das aktuelle Marktwachstum zeigt, dass sich die Verfügbarkeit von Halbleitern und anderen Vorprodukten verbessert, die im Vorjahr noch zu massiven Produktionseinbußen geführt hatte«, erklärte Peter Fuß, Autoexperte bei der Beratungsfirma EY. Im Dezember sei erneut mit einem deutlichen Absatzplus zu rechnen.

»Das Vorkrisenniveau bleibt allerdings in weiter Ferne«, erklärte der Verband der Automobilindustrie (VDA). »In den ersten elf Monaten des aktuellen Jahres wurden rund 30 Prozent weniger Pkw neu zugelassen als im Vergleichszeitraum des Vorkrisenjahres 2019.«

Sorgen um auslaufende Förderung

Für den Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) sind die Zahlen allerdings trügerisch. In erster Linie hätten sie mit Auftragsbeständen zu tun, die die Hersteller noch abarbeiten, sagte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel. »Sobald dieses Polster aufgezehrt ist, könnte der Markt wieder etwas verhaltener laufen.«

Die zum Jahreswechsel geplante Kürzung der staatlichen Förderprämien für Elektroautos sieht der Verband kritisch: »Mit den geplanten Kürzungen läuft die Bundesregierung Gefahr, einem Teil des Elektroautomarktes den Stecker zu ziehen.« Konkret sollen ab dem kommenden Jahr keine Innovationsprämien mehr für Plug-in-Hybride mit ihrer Kombination aus Verbrenner- und Elektromotoren mehr gewährt werden. Die Zahl dieser Neuwagen dürfte laut VDIK-Prognose um 12 Prozent auf 290.000 Einheiten sinken. Auch die hohen Strompreise könnten E-Autos unattraktiver machen.

rai/AFP
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